Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung

Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung sollten aus biologischem Anbau stammen. Foto: ©fototheobald / stock adobe

Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung? Lange Zeit galten diese Lebensmittel aufgrund ihres hohen Fettgehalts als Dickmacher. In Maßen genossen sind Nüsse wertvolle Nährstoff- und Energielieferanten, die den täglichen Speiseplan sinnvoll ergänzen.

Doch nicht alle Sorten von Nüssen haben eine gute Ökobilanz. Im Beitrag erfahren Leser, worauf sie bei der Auswahl achten sollten.

Wie wirkt sich der Verzehr von Nüssen auf die Gesundheit aus?

  • Nüsse haben einen hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese sind wichtig für einen normalen Blutdruck, das Gehirn und gesunde Zellwände. Zudem kann der Verzehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken und den Cholesterinwert senken.
  • Die Ballaststoffe regen die Darmbewegung an und fördern das Sättigungsgefühl.
  • Nüsse sind reich an Mineralstoffen (Kalium, Natrium, Phosphor und Magnesium), die einen wertvollen Beitrag zum Aufbau von Zellen, Knochen, Zähnen und Knochengewebe leisten.
  • Mandeln, Erdnüsse, Walnüsse und andere Sorten enthalten zahlreiche Vitamine der B-Gruppe, die entscheidend zu einer reibungslosen Funktion der Nerven, des Immunsystems, des Stoffwechsels und der Blutbildung beitragen.
  • Das in Nüssen enthaltene Vitamin E entschärft dank seiner antioxidativen Wirkung freie Radikale.
Hinweis: Nüsse enthalten viel Fett, daher empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung den Verzehr in Maßen. Eine Handvoll am Tag reicht aus, um den Körper mit wertvollen Nährstoffen zu versorgen. Um Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung in den Speiseplan zu integrieren, empfiehlt es sich, auf die Herkunft zu achten.

Herkunft der Nüsse beeinflusst Nachhaltigkeit

Nüsse wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Jedoch sind nicht alle Sorten nachhaltig. Um herauszufinden, ob die Produkte vom Markt oder aus dem Handel eine gute Ökobilanz haben, empfiehlt sich ein Blick auf die Ursprungskennzeichnung.

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In Deutschland besteht bei ungeschälten Sorten die Pflicht, das Herkunftsland erkennbar auf der Verpackung anzugeben. Ist kein Ursprungsland genannt, weist dies darauf hin, dass der Hersteller bei Anbau und Ernte wenig Wert auf Nachhaltigkeit und Menschenrechte legt.

Bio-Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung

Bio-Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung stammen aus biologischem Anbau. Unter dem Bio-Siegel tragen die Lebensmittel eine Länderkennung, die verrät, ob diese aus der EU stammen. Der Anbau von Bio-Nüssen erfolgt ohne schädlichen Pflanzenschutz und Düngemittel. Das schont zum einen die Umwelt und zum anderen die Gesundheit der Mitarbeiter.

Konventionelle Hersteller verwenden Methylbromid, um die Nüsse vor Schädlingen zu schützen. Das Pestizid ist hochgiftig und schädigt die Ozonschicht. Bei Bio-Nüssen wenden die Anbauer eine Druckentwesung mit Kohlendioxid an, die unbedenklich für Mensch und Umwelt ist. Zudem verzichten sie darauf, die Nüsse mit Schwefel zu bleichen. Die Behandlung dient im konventionellen Landbau dazu, den Nüssen eine gleichmäßige Färbung zu verleihen.

Tipp: Um sicherzugehen, dass die Nüsse aus fairem Handel stammen, ist es ratsam, auf das Fairtrade-Siegel zu achten.

Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung – die Ökobilanz beliebter Sorten

Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung – wie gut ist die Ökobilanz von Mandeln, Erdnüssen und Walnüssen wirklich? Ein Überblick:

Erdnüsse – Hülsenfrüchte mit langem Transportweg

Der Name täuscht: Erdnüsse sind faktisch keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte. Sie haben einen hohen Nährwert und sind reich an Magnesium, Zink und Eisen. Da es nicht möglich ist, Erdnüsse in Deutschland anzubauen, haben diese oft lange Transportwege hinter sich.

Sie stammen aus Südamerika, China, Indien, den USA und aus afrikanischen Ländern. Für den Anbau benötigen die Plantagenbesitzer nur wenig Wasser – dadurch sind Erdnüsse deutlich nachhaltiger als Mandeln. Allerdings sollten Käufer darauf achten, dass die Produkte aus fairem Handel stammen.

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Walnüsse – Nährstofflieferanten aus der Region

Walnüsse haben einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, B-Vitaminen und Vitamin E. Zudem sind sie reich an:

  • Eisen
  • Kalium
  • Zink
  • Magnesium

Allerdings stammen viele Nüsse aus Importländern – allen voran den USA. Der lange Transportweg wirkt sich negativ auf die Ökobilanz aus. Deutlich nachhaltiger sind Walnüsse aus regionalem Anbau. In Deutschland haben die Fitmacher von September bis Dezember Saison.

Mandeln – gesunde Nüsse mit hohem Wasserverbrauch

Mandeln sind reich an Vitamin E, Kupfer, B-Vitaminen, Kalzium und Magnesium. In Form von Mandelmilch ersetzen sie mittlerweile in vielen Haushalten die Kuhmilch. Der überwiegende Teil der Ernte stammt aus Kalifornien.

Doch nicht nur die weiten Transportwege bescheren der Mandel eine negative Ökobilanz. Um ein Kilo Mandeln anzubauen, benötigen die Bauern 10.000 bis 15.000 Liter Wasser. Das verschärft die Wasserknappheit in den ohnehin von Dürren gezeichneten Landwirtschaftsgebieten.

Auf den meisten Plantagen kommen zudem Pestizide und Düngemittel zum Einsatz. Eine Alternative sind Mandeln aus biologischem Anbau in Europa. Im Bio-Sektor ist vor allem Spanien ein Vorreiter, doch auch hier kommen Unmengen an Wasser zum Einsatz.

Fazit: Bio-Nüsse aus regionalem Anbau sind nachhaltig und gesund

In Deutschland besteht eine hohe Nachfrage nach Erdnüssen, Walnüssen und Mandeln. Deshalb achten Verbraucher darauf, dass Nüsse als nachhaltige und gesunde Ernährung aus biologischem Anbau stammen.

Das gewährleistet, dass die Produkte frei von schädlichen Chemikalien sind. Im konventionellen Landbau bekämpfen diese Mittel Schädlinge und Schimmel. Viele Nüsse stammen aus fernen Ländern mit fragwürdigen Arbeitsbedingungen. Daher ist es insbesondere bei exotischen Nüssen wichtig, darauf zu achten, dass die Waren ein Fairtrade-Siegel tragen.

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Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).