Wasserverbrauch reduzieren – schnell umsetzbare Tipps

Obwohl die Deutschen eifrig Wasser sparen, sind im privaten Bereich verstärkte Maßnahmen erforderlich. Foto:© Andrey Popov / stock adobe

Nachrichten über Dürreperioden und Menschen, für die Trinkwasser nicht selbstverständlich ist, lösen Betroffenheit aus. Doch diese Szenarien können in Deutschland bald zur Wirklichkeit werden, falls der Klimawandel nicht gestoppt wird.

Umso wichtiger ist es, alles dafür zu tun, dass der Grundwasserspiegel auch in Perioden mit hohen Lufttemperaturen nicht zu stark absinkt. Jedem ist es möglich, dazu etwas beizutragen. Wie Sie den Wasserverbrauch reduzieren können, lesen Sie in diesem Artikel.

Warum Wasserverbrauch reduzieren?

Zum Duschen, Baden, Wäschewaschen, Putzen sowie zum Kochen, Trinken und mehr brauchen Menschen Wasser. Der Bundesverband für Energie und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) berichtet von einem durchschnittlichen Verbrauch von 122 Litern pro Person im Jahr 2025.

Obwohl die Deutschen eifrig Wasser sparen, sind im privaten Bereich verstärkte Maßnahmen erforderlich. Es ist notwendig, der Wasserverschwendung entgegenzuwirken, da Wasser auch in Deutschland nicht unbegrenzt verfügbar ist. Wasserknappheit ist hier noch nicht aktuell, doch durch den Klimawandel häufen sich Extremereignisse wie Dürre und Hochwasser, was zu einem Rückgang der Grundwasserstände führt. Und dieses Grundwasser ist für die Wasserversorgung in Deutschland essenziell. Immerhin gewinnt das Land siebzig Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser.

Sie können persönlich dazu beitragen, Wasserknappheit zu vermeiden. Indem Sie Ihren Wasserverbrauch senken, schützen Sie die Trinkwasservorräte und reduzieren das Risiko von Engpässen in der Trinkwasserversorgung. Ein sparsamer Wasserverbrauch schont die Umwelt, denn die Aufbereitung und der Transport erhöhen die CO₂-Emissionen. Für Sie ergibt sich ein finanzieller Vorteil, denn Sie senken Ihre Strom- und Abwassergebühren.

Wo wird im Haushalt am meisten Wasser verbraucht?

Menschen in deutschen Haushalten verbrauchen laut BDEW fürs Baden, Duschen und für die Körperpflege viel Wasser. Der Anteil am gesamten Wasserverbrauch betrug im Jahr 2025 rund 36 Prozent. Mit der Toilettenspülung wurden zwölf Prozent des Wassers verbraucht. Ebenfalls zwölf Prozent des Wassers verwendeten die Haushalte zum Wäschewaschen. Sechs Prozent entfielen auf den Wasserverbrauch zum Geschirrspülen, ebenso viel auf die Raumreinigung und den Garten. Der Anteil des Wasserbrauchs zum Trinken und Kochen betrug vier Prozent. Die restlichen neun Prozent des Wassers verbrauchte das Kleingewerbe.

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Einfache Maßnahmen im Alltag

Jeder Einzelne kann seine Gewohnheiten umstellen und seinen Wasserfußabdruck verringern. Dazu gehören Maßnahmen, die sich auf den direkten und indirekten Verbrauch auswirken. Indirekt verbrauchen Sie Wasser durch den Kauf von Produkten, bei deren Herstellung Wasser eingesetzt wird. Beispiele dafür sind Kleidung und Lebensmittel.

Wasser sparen im Badezimmer

Im Badezimmer liegt das größte Potenzial, Wasser zu sparen. Wenn Sie die Toilettenspülung mit der kleinen Taste verwenden, verbrauchen Sie im Vergleich zur großen Taste nur etwa die Hälfte des Wassers. Für kleine Geschäfte reicht die Spülung mit der kleinen Taste vollkommen aus. Hängt in Ihrem Bad noch ein älterer Spülkasten, können Sie den Wasserverbrauch durch Einsätze reduzieren.

Ein besonders nachhaltiger Schritt ist der Wechsel zu Toilettenspülungen mit Regenwasser. Regenwasser wird von den Dächern über die Dachrinnen in eine ober- oder unterirdische Zisterne geleitet. Das gefilterte und gespeicherte Wasser fördert eine Druck- oder Hebepumpe in die Gebäudeinstallation für WC-Spülungen. Eine Steuerung ermöglicht den Wechsel zwischen Regen- und Trinkwasserversorgung.

Waschen Sie sich die Hände am Waschbecken oder putzen Sie sich die Zähne, sparen Sie mit einem einfachen Mittel ebenfalls Wasser. Um sich einzuseifen, befeuchten Sie zunächst Ihre Hände. Dann schließen Sie den Wasserhahn und reinigen Ihre Hände zwanzig bis dreißig Sekunden lang. Um die Seife abzuspülen, öffnen Sie den Wasserhahn erneut. Beim Zähneputzen verwenden Sie zum Nachspülen einen Zahnbecher. Mit diesen Maßnahmen sparen Sie 15 bis zwanzig Liter Wasser.

Wasser sparen Sie, wenn Sie duschen, statt zu baden. Zum Vergleich: Duschen Sie eine Minute, verbrauchen Sie zwanzig Liter Wasser. Nehmen Sie ein Vollbad, sind es circa 140 Liter. Die Ersparnis steigern Sie, wenn Sie einen Sparduschkopf verwenden. Sparduschköpfe und bodenebene Duschelemente sind übliche Bestandteile langlebiger Walk-in-Duschen.

Beim Wäschewaschen sollten Sie die Waschmaschine immer voll beladen und ein Sparprogramm wählen. Vorwäschen erübrigen sich grundsätzlich. Haben Sie Wäsche mit hartnäckigen Flecken? Behandeln Sie diese vor, bevor Sie die Teile in der Waschmaschine waschen.

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Wasser sparen in der Küche

In der Küche sparen Sie bis zu 31 Liter Wasser, wenn Sie den Geschirrspüler nutzen und ihn voll beladen. Nutzen Sie auch hierbei die Sparprogramme. Lebensmittelreste sollten Sie ohne Wasser entfernen. Eine Vorwäsche ist nicht notwendig.

Reinigen Sie Obst, Salat oder Wasser nicht unter fließendem Wasser. Füllen Sie stattdessen eine Schüssel mit Wasser und waschen Sie die Lebensmittel darin. Das Wasser können Sie zum Blumengießen verwenden.

Wasser sparen im Garten

Wasser sparen lässt sich auch im Garten. Mähen Sie den Rasen nicht zu oft, denn längere Halme schützen vor einer zu schnellen Austrocknung. Selbst in Trockenphasen ist es nicht nötig, einen wild gewachsenen Rasen zu bewässern.

Achten Sie zudem darauf, Ihren Rasen und Ihre Pflanzen morgens oder abends zu bewässern. In der Mittagssonne verdunstet das Gießwasser zu schnell. Unerwünschte Verdunstungen verhindern Sie zudem, falls Sie Ihre Pflanzen direkt an den Wurzeln gießen. Um die Feuchtigkeit im Boden zu halten, können Sie auch Rindenmulch auf den Blumenbeeten sowie unter Bäumen und Sträuchern verteilen. Dadurch müssen Sie weniger häufig zugießen.

Legen Sie Staudenbeete an, pflanzen Sie die Stauden dicht aneinander, sodass der Boden bedeckt ist. Auch das schützt den Boden vor der Austrocknung. Zudem hält ein geharkter, aufgelockerter Boden die Feuchtigkeit besser.

Ihrem Geldbeutel, der Umwelt und den Pflanzen tun Sie etwas Gutes, wenn Sie mit Wasser aus der Regentonne gießen. Nutzen Sie jedoch kein Wasser, das Kontakt mit Dächern aus Kupfer und Zink hatte. Die herausgelösten Metallverbindungen schädigen die Umwelt.

Bepflanzen Sie Ihren Garten neu, machen Sie ihn klimafit. Wählen Sie wasserspeichernde Pflanzen, die höhere Temperaturen und Trockenheit vertragen. Tiefwurzler wie Eiben, Lupinen und Rosensträucher können sich Wasser aus tieferen Schichten holen.

Legen Sie einen neuen Rasen an, handeln Sie mit einem Trockenrasen vorausschauend. Diese Rasenart verträgt Hitze und Trockenheit besser als herkömmliche Rasenarten.

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Technische Lösungen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs

Perlatoren sind eine technische Lösung, die in zahlreichen deutschen Haushalten zum Einsatz kommt. Diese mischen Luft ins Wasser, wodurch der Wasserverbrauch um bis zu fünfzig Prozent gesenkt wird. Gängig sind zudem Einhandmischer und Thermostatarmaturen, mit denen Sie die Wassertemperatur präzise regulieren können. Dadurch läuft Wasser nicht ungenutzt ab.

Durchflussbegrenzer schränken die Wassermenge ein, ohne den Druck abzusenken. Mit dieser Technik sind wassersparende Duschköpfe und Wasserhähne ausgestattet.

Bei den Toiletten bieten Spülkästen mit einem Zwei-Mengen-Spülsystem die Möglichkeit, Wasser zu sparen. Vielfach nutzen moderne Haushalte Toiletten mit Vakuumspülung. Diese Systeme sparen enorme Wassermengen, sind jedoch teurer als Toiletten mit üblichen Spülsystemen.

Im Garten und im Haushalt sparen Sie Trinkwasser, indem Sie Regenwasser in Zisternen sammeln und es für die Toilettenspülung, die Waschmaschine und zur Bewässerung des Gartens nutzen.

Häufige Fehler beim Wassersparen

Duschen spart im Vergleich mit dem Baden Wasser. Diese Behauptung stimmt jedoch erst, wenn Sie bei der Duschzeit unter einer Viertelstunde bleiben. Gehen Sie darüber hinaus, verwenden Sie gleich viel oder mehr Wasser als bei einem Vollbad.

Ein häufiger Fehler beim Wassersparen ist mangelnde Konsequenz. Sind Ihre Verhaltensänderungen kurzfristig, verändern Sie nicht viel. Die Einsparungen bleiben gering.

Sind Sie bei der Wartung der Armaturen nachlässig, sodass diese lecken, ist der Wasserverlust hoch. Dieser kann bis zu beinahe 8.000 Liter im Jahr betragen. Riskant ist es zudem, einen Druckabfall des Wassers zu ignorieren, denn größere Lecks können die Ursache sein. Hilfreich bei der Erkennung von Lecks sind elektronische Leckage-Sensoren. Diese Feuchtesensoren bringen Sie in Technikräumen, an Leitungsführungen und unter Waschmaschinen an und kombinieren sie mit automatischen Absperrungen.

Zudem ist es fahrlässig, den Wasserverbrauch nicht regelmäßig zu überwachen. Moderne Möglichkeiten dazu sind separate Wasserzähler – für den Haushalt, die Toilette und Garten. Mit Echtzeitdaten und Fernablesung unterstützen digitale Durchflussmesser (Smart Meter) die Kontrolle des Wasserverbrauchs.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).