CBD-Öl – Vor- und Nachteile im Überblick

CBD-Öl ist ein Produkt, das im Trend liegt. Foto: ©Tinnakorn / stock adobe

CBD-Öl ist ein Produkt, das im Trend liegt. Die Konsumenten erhoffen sich von diesem Nahrungsergänzungsmittel mehr Wohlbefinden. Dieser Artikel enthält eine Definition des CBD-Öls und gibt einen Überblick über dessen Vor- und Nachteile.

Was ist CBD-Öl?

CBD-Öl ist ein Gemisch aus CBD und einem Trägeröl. Dabei steht CBD für Cannabidiol, das aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze (Cannabis sativa) gewonnen wird. Die Biosynthese von Cannabidiol nimmt bereits in der Pflanze mit der Cannabigerolsäure (CBGA) ihren Lauf. Bestimmte Enzyme wandeln CBGA in CBDA (Cannabidiolsäure) um. Erhitzen die Hersteller des CBD-Öls die Cannabidiolsäure, entsteht CBD. Den Vorgang des Erhitzens bezeichnen Fachleute mit Decarboxylierung.

Wie wirkt CBD im Körper?

CBD ähnelt von seiner Struktur her dem Tetrahydrocannabinol (THC). Im Gegensatz zu diesem ist Cannabidiol nicht psychoaktiv. Versuche, sich mit einem frei verkäuflichen CBD-Öl zu betäuben, schlagen fehl, denn der THC-Gehalt liegt unter 0,2 Prozent.

Beide Substanzen – CBD und THC – interagieren im menschlichen Körper, genauer gesagt im Endocannabinoid-System (ECS). Dieses System ist dafür verantwortlich, das Schmerzempfinden, die Stimmung, den Schlaf, den Appetit und die Verdauung und Entzündungen zu regulieren. Interagiert CBD mit dem ESC, wirkt es auf den Körper ausgleichend und entspannend. Was manch einer hofft, tritt nicht ein – Cannabidiol macht nicht high.

Im Endocannabinoid-System bindet sich THC an CB1-Rezeptoren. In dessen Folge wird der Mensch „high“. CBD hat lediglich eine indirekte Wirkung. Es verändert die Aktivität der Rezeptoren und hemmt den Abbau der Endocannabinoide.

Wissenschaftler fanden heraus, dass CBD auch außerhalb des ECS mit zusätzlichen Rezeptoren interagiert. Ein Beispiel sind die Serotonin-Rezeptoren. Daraus erklären sich die Forscher die Wirkungen des CBD.

Wichtige Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung

Die meisten CBD-Öle enthalten Cannabidiol-Extrakte als Hauptwirkstoff. In Vollspektrum-Ölen befinden sich zudem in Spuren andere Cannabidiole wie Cannabigerol (CBG) oder Cannabinol (CBN).

Als Trägeröle sind Hanfsamen und das aus der Kokosnuss gewonnene MCT-Öl gängig. Infrage kommen zudem Traubenkern- und Olivenöl. Dieses ist erforderlich, um die Wirkstoffe für den Körper verfügbar zu machen. In kalt gepresstem Hanföl ist Vitamin E enthalten. Dieses wirkt als Antioxidans, welches den Alterungsprozess der Haut verlangsamen kann. Zudem soll es Entzündungen hemmen und die Zellen vor freien Radikalen schützen.

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Überdies sind im Hanföl Fettsäuren enthalten, die entzündungshemmend wirken. Außerdem enthalten CBD-Öle andere Vitamine und Mineralien wie Vitamin B1, Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.

Die im CBD-Öl enthaltenen Terpene sind aromatische Verbindungen, welche dazu beitragen können, dass die Wirkstoffe ihre Effekte entfalten.

Diese einzelnen Bestandteile, zu denen auch Flavonoide gehören, können sich bei Vollspektrum-Ölen ergänzen. Durch die Kombination der Inhaltsstoffe verbessert sich die Verfügbarkeit der Wirkstoffe im Organismus. Diesen Effekt bezeichnen Wissenschaftler als Entourage-Effekt.

Vorteile von CBD-Öl

Eine langfristige Einnahme von CBD-Öl kann Entzündungen im Körper reduzieren und das Immunsystem stärken. Zudem kann es dazu beitragen, das Gleichgewicht des Endocannabinoid-Systems aufrechtzuerhalten, wodurch das Öl das allgemeine Wohlbefinden steigert. Zusätzlich steht CBD-Öl in dem Ruf, neuroprotektive Eigenschaften zu besitzen, was bedeutet, dass es das Nervensystem langfristig schützen kann. Eine langfristige Einnahme kann bewirken, dass Schlafprobleme gelindert und Schmerzen bekämpft werden. Zudem unterstützt es den Stressabbau und kann sich bei therapieresistenten Formen der Epilepsie als hilfreich erweisen.

Nachteile und mögliche Risiken

Obgleich der Wirkstoff CBD als harmlos gilt, können Nebenwirkungen auftreten. Wenige Nutzer des CBD-Öls berichten von Müdigkeit. Anwender, bei denen das Öl zu Benommenheit führt oder die von Schwindelanfällen geplagt werden, sollten auf die Verwendung eines CBD-Öls verzichten. Zudem ist es wichtig, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken, denn dann treten Nebenwirkungen nur selten auf.

Außerdem kann Cannabidiol die Speichelproduktion einschränken. Auch dagegen soll eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen. Äußerst vorsichtig sein sollten Menschen mit niedrigem Blutdruck. Wegen der blutdrucksenkenden Wirkung des CBD-Öls empfiehlt es sich, vor der Einnahme Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Ebenso besteht für Menschen mit Untergewicht ein Risiko, denn CBD-Öl wirkt appetitsenkend. Bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum hinweg sind Durchfall, Blähungen und leichte Bauchschmerzen möglich.

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Obendrein kann es nach der Einnahme zu allergischen Reaktionen kommen. Ein hohes Risiko besteht bei Hausstaub-, Schimmel- und Pollenallergikern. Selten leiden Menschen – obgleich der typisch schlaffördernden Wirkung von CBD – nach der Einnahme unter Schlaflosigkeit, Unruhe und Schlafstörungen.

Zudem kommen Nebenwirkungen wie Fieber, Husten, Übelkeit und Erbrechen sowie Herzrasen und Kopfschmerzen vor. Daneben klagten einige Konsumenten über Harnwegsinfektionen und einen erhöhten Innendruck der Augen. Zudem steht CBD im Verdacht, die Leber zu schädigen. Studien belegten bisher nur wenige Nebenwirkungen. Aber die Forschung geht weiter.

Anwendung und Dosierung

Zur richtigen Dosierung müssen Sie den CBD-Gehalt des Öls kennen. Ist dieser hoch, brauchen Sie nur wenige Tropfen. Bei einem niedrigen CBD-Gehalt erhöht sich die Anzahl der empfohlenen Tropfen. Ein Öl mit einem Gehalt von 15 Prozent enthält fünf Milligramm des Wirkstoffs. In einem 5-prozentigen Öl sind 1,67 Milligramm Cannabidiol enthalten.

Beginnen Sie mit der Einnahme, starten Sie langsam, damit sich Ihr Körper an die Wirkstoffe gewöhnen kann. Danach steigern Sie die Dosis langsam. Nach Rücksprache mit dem Arzt dürfen Sie das CBD-Öl bei gesundheitlichen Beschwerden höher dosieren.

Eine maximale Wirkung können Sie mit einem hochwertigen Vollspektrum-CBD-Öl erzielen, das Sie sublingual einnehmen. Dazu tropfen Sie das Öl unter die Zunge. An dieser Stelle gelangen die Wirkstoffe durch Absorption am schnellsten in den Blutkreislauf. Jedoch sollte das CBD-Öl eine Minute lang unter der Zunge verbleiben. Schlucken sie es, tritt die Wirkung später ein und ist nicht so intensiv wie bei der sublingualen Einnahme.

Nachdem Sie die Tropfen eingenommen haben, empfiehlt es sich, 15 bis 30 Minuten zu warten, bis Sie etwas essen oder trinken. Damit geben Sie dem Öl die Chance, komplett über die Mundschleimhaut aufgenommen zu werden. Essen oder trinken Sie direkt nach der Einnahme, verdünnen Sie das CBD-Öl und beeinträchtigen damit die Wirksamkeit.

Unterschied zwischen CBD und THC

THC und CBD unterscheiden sich in ihrer Struktur und ihren Effekten. Beide Wirkstoffe sind jedoch Cannabinoide der Hanfpflanze.

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Das Rauschmittel THC ist bekannt dafür, den Appetit anzuregen und Schmerzen zu lindern. Jedoch beeinträchtigt es die Gehirnentwicklung, was sich besonders stark auf Menschen unter 25 Jahren auswirkt. Es verringert das Kurzzeitgedächtnis und erhöht das Risiko, an Psychosen, Angstzuständen und Depressionen zu erkranken. Zudem führt THC zu weiteren ernsten gesundheitlichen Einschränkungen sowie zu einer psychischen und physischen Abhängigkeit.

Dennoch ist es seit dem 01.04.2024 in Deutschland erlaubt, THC-haltiges, nicht medizinisches Cannabis in Mengen von bis zu 25 Gramm mit sich zu führen. Zu Hause dürfen fünfzig Gramm liegen. Zudem ist es erlaubt, mit drei Pflanzen Cannabis legal anzupflanzen. Der kommerzielle Handel bleibt verboten. Außerdem gibt es weitere Einschränkungen beim Konsum in der Öffentlichkeit. Von den Verboten ausgenommen ist der nicht berauschende Nutzhanf, solange sein THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt.

CBD macht dagegen nicht abhängig. Bisher (Stand 2026) sind laut Weltgesundheitsorganisation keine gesundheitsschädlichen Effekte bei der Einnahme von CBD zu befürchten. Verschiedene Studien sehen im CBD eine Chance für Menschen mit einer Schmerzmittelunverträglichkeit. Bewiesen ist dies noch nicht, denn die Studien widersprechen sich.

Zudem soll CBD eine beruhigende Wirkung haben, wodurch sich Stresssymptome und Angstzustände lindern lassen. Jedoch wird CBD weiterhin auf seine gesundheitsfördernden und möglicherweise schädlichen Auswirkungen auf die Leber untersucht.

Ist CBD-Öl legal?

In Deutschland sind Produkte mit CBD als Wirkstoff legal – vorausgesetzt, sie stammen aus EU-zertifizierten Hanfsorten und der THC-Gehalt beträgt nicht mehr als 0,2 Prozent. Deshalb brauchen Sie keine strafrechtliche Verfolgung zu befürchten, wenn Sie CBD-Öle kaufen und anwenden. Weil es sich um Nahrungsergänzungsmittel handelt, ist zusätzlich die „Novel Food“-Verordnung zu beachten.

Hinweis: Achten Sie beim Kauf von CBD-Öl auf nachhaltige Produkte. Die Nachhaltigkeit sollte beim Anbau beginnen und beim Vertrieb enden. Zudem achten Hersteller bei der Produktion und bei der Verpackung vermehrt darauf.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).