Nachhaltige Mobilität & Fortbewegung

E-Bikes leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Mobilität. Foto ©Maryana stock adobe

Mobilität und Fortbewegung sind den Menschen schon seit Beginn der Zeitrechnung wichtig. Heutzutage spielt Nachhaltigkeit dabei eine zunehmend wichtige Rolle.

Nur wer sich auch vor hunderten von Jahren ausreichend schnell fortbewegen konnte, hatte auch die besten Möglichkeiten für Nahrung zu sorgen, sich seiner Feinde zu erwehren und bei Bedarf den eigenen Wohnort zu wechseln. Heute hat das „Mobilität“ natürlich längst eine ganz andere Bedeutung. Den meisten Menschen ist sie dennoch sehr wichtig – stellt Mobilität doch so etwas wie Freiheit und Selbstbestimmung dar.

Da wundert es nicht, dass jede Diskussion über das Thema Mobilität die Gemüter gleich ein gutes Stück weit erhitzt. Ob es um die Diskussion geht, dass ältere Menschen für den Erhalt des Führerscheins einen Test absolvieren sollten oder eben um die sogenannte E-Mobilität – jede Form der Veränderung stößt hier erst einmal auf ein hohes Diskussionspotenzial.

Langsame Umstellung auf E-Mobilität

Dass es auch dementsprechend langsam voran geht mit der Umstellung von „normalen“ kraftstoffbetriebenen Pkw hin zu E-Autos, sieht man beispielsweise an den Werten des Deutschlandatlas. Zu der Frage, wie viele E-Autos in Deutschland aktuell angemeldet sind, gibt der Deutschlandatlas für den 1.1.2022 gerade einmal 618.000 Pkw an. Dabei handelt es sich um reine E-Autos. Das sind zwar fünfmal so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Dennoch gerade einmal 1,3 Prozent aller Autos, die aktuell auf deutschen Straßen fahren.

Tatsächlich ist aber das E-Auto nicht das einzige Verkehrsmittel, das für mehr Nachhaltigkeit sorgen kann. Wir zeigen Ihnen im folgenden Artikel, wie jeder Nachhaltigkeit in der eigenen Mobilität mehr als jetzt berücksichtigen kann.

Nachhaltige Verkehrsmittel

Nachhaltige Verkehrsmittel interessieren uns aus unterschiedlichen Gründen. Ob es um nachhaltiges Reisen geht oder einfach nur darum, sich im Alltag nachhaltiger zu verhalten – Mobilität ist in sehr vielen Bereichen beteiligt. Denn wir legen nun einmal in der Regel jeder so viele Kilometer am Tag zurück, dass das zu Fuß längst nicht mehr leistbar ist.

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Bus & Bahn

Sie sind wohl noch immer eine der nachhaltigsten Arten der Fortbewegung – öffentliche Verkehrsmittel. Das trifft auf den Nahverkehr genauso zu wie auf den Fernverkehr. Letzterer ist davon sogar noch eher betroffen. Denn im direkten Vergleich erzeugt ein ICE oder ein Fernbus deutlich weniger CO2-Emissionen als dieselbe Anzahl an Reisenden in ihren eigenen Pkw.

Gleiches gilt natürlich auch für den Nahverkehr. Das ist einer der Gründe, warum der Gesetzgeber in den letzten Jahren vermehrt versucht hat, Anreize für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu schaffen.

Auch wenn die wenigsten Busflotten in Deutschland auf E-Mobilität umgestellt wurden – bedenkt man, wie viele Menschen in einem modernen Bus transportiert werden können, ist die Einsparung von Emissionen durch die Nutzung des Buses oder der (U-)Bahn schon sehr groß.

E-Bike

Das E-Bike ist auf dem Vormarsch. Saßen vor rund 10 Jahren fast nur ältere Menschen auf einem E-Bike, so sind die elektrisch betriebenen Flitzer heute von den Fahrradwegen der Republik nicht mehr wegzudenken. Dabei handelt es sich meistens nicht um reine E-Bikes, sondern eher um Pedelecs. Denn ein „echtes“ E-Bike wird komplett elektrisch betrieben, und der Nutzer strampelt selbst nicht mehr.

Bei einem Pedelec hingegen wird die Muskelkraft durch die Kraft aus dem elektrisch betriebenen Motor verstärkt. So werden Steigungen plötzlich ebenso leicht befahrbar wie große Distanzen. Das dürfte auch einer der Gründe dafür sein, dass viele Nutzer das E-Bike dem komplett muskelbetriebenen Fahrrad vorziehen.

Denn auch wenn diese Variante noch nachhaltiger wäre – den Akku eines E-Bikes muss man regelmäßig aufladen – bringt das E-Bike den Nutzer doch deutlich komfortabler von A nach B und das auch über weitere Strecken. So kann auch ein Arbeitsweg von 20 Kilometern und mehr gern mal mit dem Fahrrad zurückgelegt werden – und zwar auch ohne lang antrainierte Fitness.

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E-Scooter

Einer der Überflieger der letzten Jahre ist der E-Scooter. Wer einen E-Scooter kaufen wollte musste Anfangs mit längeren Wartezeiten rechnen. Inzwischen hat sich das alles wieder normalisiert, und man kann den E-Scooter oft direkt aus Laden mitnehmen oder bekommt ihn zeitnah von vom Online-Händler des Vertrauens geschickt.

Dennoch stoßen E-Scooter bei vielen Verkehrsteilnehmern auf eine Zurückhaltung. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist vielen alles Neue erst einmal suspekt. Zum anderen gibt es aber auch durchaus kritische Stimmen in Richtung der E-Scooter. Denn ob E-Scooter gut für die Umwelt sind oder nicht, wird noch immer heiß diskutiert.

So wird beispielsweise kritisiert, dass ein E-Scooter der aktuellen Generation noch immer sechsmal mehr CO2 ausstößt wie eine U-Bahn. Doch im Gegenzug muss man auch festhalten, dass der Schadstoffausstoß eines E-Scooters wiederum dreimal geringer ist als bei einem klassischen Pkw.

Was in Großstädten wie Berlin oder Paris durchaus als Kritik an E-Scootern gewertet werden kann – nämlich dass viele Nutzer von der U-Bahn oder dem Bus auf den E-Scooter umgestiegen sind – lässt sich in kleineren Städten oder gar auf dem Land nicht bestätigen. Denn wer hier auf einen E-Scooter umgestiegen ist, lässt dafür zumeist das Auto in der Garage stehen.

E-Auto

Das E-Auto hatten wir bereits erwähnt – es steht nahezu sinnbildlich für die Veränderung der Mobilität in Deutschland und weltweit. Tatsächlich ist das E-Auto auch die teuerste Möglichkeit, auf E-Mobilität umzusteigen. Nicht nur aufgrund der klassischen Folgekosten wie den notwendigen Inspektionen. Auch in der Anschaffung ist das E-Auto heute noch eher hochpreisig und oftmals die deutlich teurere Variante im Vergleich zu einem herkömmlichen Pkw.

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Vor allem die noch immer eher kleine Infrastruktur in Sachen Ladesäulen lässt viele Verbraucher vor dem Kauf eines E-Autos zurückschrecken.

Tipps für mehr Nachhaltigkeit bei der Fortbewegung

Fakt ist allerdings auch, dass jede dieser Möglichkeiten die Fortbewegung nachhaltiger machen würde. Ob man nun in den Bus oder die Bahn steigt statt ins Auto oder man auf dem E-Scooter, dem E-Bike oder im E-Auto daherkommt – im Vergleich zum normalen Verbrennungsmotor sparen alle diese Varianten CO2 Emissionen.

Viele hinterfragen allerdings auch, woher denn der Strom für das Aufladen der E-Geräte kommt. Denn egal, ob man einen E-Scooter, ein E-Bike oder ein E-Auto fährt – irgendwie muss die Energie ja in die Akkus kommen. Rechnet man den Energieverbrauch für das Laden der Batterien mit dem Energieverbrauch für die Herstellung der einzelnen Fahrzeuge zusammen, dauert es lange, bis man mit einem Auto mit Verbrennungsmotor die gleichen Emissionen erreicht hat.

Andererseits ist ein Solarcarport oder die klassische Solaranlage auf dem Dach hier eine tolle Alternative, für Nachhaltigkeit in der Mobilität zu sorgen. Denn so können E-Bike, E-Scooter und E-Auto mit Strom aus Solarenergie aufgeladen werden und erzeugen danach keinerlei weiteren Emissionen mehr.

Fazit

Nachhaltige Fortbewegung wird ein immer wichtigeres Thema – sowohl in Großstädten wie auch in kleineren Gemeinden und eher ländlicheren Regionen. Mit einem Umstieg auf zumindest eines der oben angegebenen nachhaltigen Fortbewegungsmittel kann jeder einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung der CO2 Emissionen in Deutschland leisten.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).