Massivholzmöbel – Vorteile im Überblick

Hochwertige Massivholzmöbel haben ihren Preis. Doch dieser ist gerechtfertigt. Foto: ©Ralf Geithe / stock adobe

Hochwertige Massivholzmöbel haben ihren Preis. Gerechtfertigt ist er durch die zahlreichen Vorteile der Einrichtungsgegenstände. Lesen Sie, welche dies sind, wie Sie mit dieser Möbelwahl der Umwelt etwas Gutes tun und wie Sie die wertvollen Möbel pflegen.

Was sind Massivholzmöbel?

Massivholzmöbel bezeichnen Möbel, bei denen die Hersteller Bretter und Leisten aus einem Baumstamm sägen und zum Möbelbau verwenden. Die richtigen Bezeichnungen dafür sind Rundholz und Stammholz. Massivholz – auch unter dem Namen Vollholz bekannt – ist ein anerkannter Begriff für Qualität. Was diese Namen tragen darf, ist in der DIN 68871 geregelt.

Lediglich die Rückwände oder Schubladenböden dürfen aus Konstruktionsholz – wie Nadelholz, Spanplatte, Faser- oder Sperrholz – gefertigt werden. Dies ist erlaubt, weil es die Stabilität nicht beeinträchtigt.

Hohe Stabilität und Langlebigkeit

Massivholzmöbel sind Anschaffungen fürs Leben. Selbst nachfolgende Generationen können sie noch nutzen. Ihre Form, Tragfähigkeit und Funktion behalten sie dank ihrer Konstruktionen über Jahrzehnte.

Hochwertige Massivholzmöbel werden überwiegend aus Kernholz hergestellt. Der Begriff bezeichnet den inneren und dunkleren Bereich eines Baumstammes. Er nimmt weniger Feuchtigkeit auf als Splintholz, besitzt aber eine höhere Resistenz gegen Insekten und Pilze.

Am langlebigsten sind Massivholzmöbel aus Eiche. Eichenhölzer gehören zu den dauerhaftesten europäischen Harthölzern für den Innenbereich. Nussbaum zeigt sich edel und stabil. Es besitzt eine hohe Dichte und natürliche Schutzstoffe. Dadurch bleibt es über viele Jahrzehnte hinweg beständig. Esche ist hoch elastisch und fest. Dadurch sind Eschenmöbel formstabil und viele Jahre nutzbar.

Massivholzmöbel können Sie viele Male unbeschädigt umziehen. Beispielsweise lässt sich ein Massivholzbett problemlos auf- und wieder abbauen. Mit einem Möbel aus einem günstigen Werkstoff wie der Spanplatte ist dies nicht möglich. Aufgrund ihrer Langlebigkeit brauchen Sie Massivholzmöbel weniger häufig zu ersetzen. Mit deren Kauf schonen Sie die Ressourcen und tragen zum Erhalt der Umwelt bei.

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Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit

Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sind Themen der heutigen Zeit. Eine Emnid-Studie beweist, dass die Mehrheit der Menschen auch bei den Möbeln darauf Wert legt. Sie wünschen sich, dass der Handel, die Industrie und das Handwerk verstärkt zertifiziertes Holz und Holzprodukte verwenden und anbieten. Dahinter steht der Gedanke einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder. Zudem geht es um den Klimaschutz. Denn Wälder dienen den Pflanzen, den Tieren und den Menschen als Lebensgrundlage.

Achten Sie beim Kauf des Massivholzmöbels der Umwelt zuliebe darauf, dass es aus regionaler Herstellung stammt. Ob es nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt wurde, erkennen Sie an verschiedenen Zertifikaten. Eine davon ist die PEFC-Zertifizierung. Die Abkürzung PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification“.

Für die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards bei der Produktion der Massivholzmöbel steht das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council). Es bestätigt ebenso wie die PEFC-Zertifizierung, dass das Holz für die Herstellung des jeweiligen Massivholzmöbels aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt.

Doch was bedeutet nachhaltige Forstwirtschaft? Zunächst geht es darum, dass in einem Wald mehr Holz natürlich nachwächst, als ihm entnommen wird. Zudem hat es sich die Forstwirtschaft zur Aufgabe gemacht, die biologische Vielfalt in den Wäldern zu erhalten.

Besitzt Ihr Möbel ein DGM-Klimasiegel, beweist dies, dass dessen Hersteller alle Emissionen auf Unternehmensebene erfasst. Zusätzlich setzt er gezielt Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen ein. Sind diese nicht zu vermeiden, gleicht der Hersteller der Massivholzmöbel diese durch zertifizierte Klimaschutzprojekte aus.

Trägt Ihr Möbel das Gütesiegel „Goldenes M“, bedeutet dies, dass die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel für gesundes Wohnen, garantierte Sicherheit und geprüfte Qualität bürgt.

Gesundes Raumklima durch natürliche Materialien

Holz ist ein lebendiger Werkstoff mit besonderen Eigenschaften. Stellen Sie sich Massivholzmöbel in die Wohnung, brauchen Sie sich über eine optimale Luftfeuchtigkeit in den Räumen keine Sorgen zu machen. Gerötete Augen und Kopfschmerzen aufgrund trockener Heizungsluft bleiben im Winter aus. Ebenso fühlen Sie sich im Sommer wohler, weil die Massivholzmöbel die in dieser Jahreszeit übliche hohe Luftfeuchtigkeit regeln. Sie sind weniger müde und erschöpft. Dies bestätigt Andreas Ruf, Geschäftsführer der Initiative Pro Massivholz (IPM).

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Möglich macht es die kapillarporöse Struktur in der Holzzellwand. Durch diese nimmt das Möbel das Wasser aus der Luft auf und gibt es bei trockener Raumluft wieder ab. Die größte Wirkung erzielen Sie mit naturbelassenen Oberflächen. Diese sind in der Lage, auch Schadstoffe aus der Luft zu filtern.

Dennoch sollten Sie die Luftfeuchtigkeit in den Räumen im Auge behalten. Ist diese zu hoch, quellen die Möbel auf. Sinkt diese dann plötzlich, führt dies zu Rissen im Holz. Laut Andreas Ruf wirken Sie diesem natürlichen Vorgang mit einer geeigneten Oberflächenbehandlung entgegen.

Individuelle Maserung und einzigartiger Charakter

Massivholzmöbel besitzen einen einzigartigen Charakter. Kein Möbel gleicht dem anderen, denn jedes Stück Holz hat eine eigene Struktur und unverwechselbare Merkmale wie Risse und Äste. Mit diesem Wissen können Sie gezielt die Atmosphäre im Raum beeinflussen. Wählen Sie Holz mit viel Astwerk und einer ausgeprägten Maserung sowie einem hohen Splintanteil, erhalten Sie ein rustikales und natürliches Ambiente. Eine freundliche Atmosphäre erzeugen Sie dagegen mit Massivholzmöbeln aus hellen Holzarten mit einer zurückhaltenden Maserung und einer homogenen Farbstruktur.

Wertbeständigkeit von Massivholzmöbeln

Massivholzmöbel sind wertbeständig. Beeinflusst wird der Wert durch verschiedene Faktoren. Dazu gehören die Art des Holzes und wie hochwertig dieses verarbeitet wurde. Großen Einfluss auf den Wert nimmt zudem die Marktnachfrage. Laubhölzer haben einen höheren Wert als Weichhölzer. Exotische Hölzer sind dagegen schon aufgrund ihrer Seltenheit wertvoll. Daraus bestehende Massivholzmöbel sind jedoch nicht nachhaltig. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit eine hohe Rolle bei den Verbrauchern spielt, sinkt die Nachfrage nach Möbeln aus exotischen Hölzern und damit ihr Wert.

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Auch nach vielen Jahren erhalten Sie einen guten Preis, wenn der Tischler traditionelle Holzbearbeitungstechniken bei der Herstellung nutzte. Wertsteigernd ist der Einsatz von qualitätssteigernden Zapfen- oder Schwalbenschwanzverbindungen. Zudem erhöhen aufwendige Verzierungen den Wert. Allgemein sind Massivholzmöbel, die durch einen fachkundigen und talentierten Tischlermeister hergestellt wurden, wertbeständiger als Möbel aus einer Fabrik.

Pflege und richtige Behandlung von Massivholz

Wie langlebig ein Massivholzmöbel ist, hängt neben der Verarbeitung und der Wahl des Holzes auch von der Trocknungszeit und von seiner Pflege ab. Mangelt es daran, beeinträchtigen Sie dessen Langlebigkeit.

Massivholzmöbel ziehen durch das offenporige Holz weder Staub noch Schmutz an, denn das Material kann sich nicht elektronisch aufladen. Dennoch sollten Sie die Möbel regelmäßig reinigen. Verzichten Sie dabei auf Scheuermittel, Schmutzradierer sowie auf den Einsatz von Spülmitteln, Flüssigreinigern und anderen Putzmitteln. Diese greifen die versiegelten Oberflächen an.

Verschütten Sie Flüssigkeiten oder beschmutzen Sie ihn beispielsweise mit Soßen, wischen Sie diese sofort weg. Sie dürfen nicht ins Holz einziehen, weil sie dort Flecken hinterlassen. Verwenden Sie zum Wegwischen ein nebelfeuchtes und fusselfreies Baumwolltuch. Wischen Sie mit einem trockenen Tuch sofort nach, bis die Oberfläche vollständig trocken ist. Tabu ist es, Mikrofasertücher zu verwenden, weil sie Kratzer auf der Schutzschicht des Möbels hinterlassen. Für deren Erhalt sollten Sie zudem auf fettlösende Mittel und auf den Einsatz eines Dampfreinigers verzichten.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).