Den Müll zu trennen, ist für die Mehrzahl der Bürger in Deutschland zur Selbstverständlichkeit geworden. Und doch finden sich immer wieder Artikel in den Medien, die über falsch sortierten Müll berichten. Viele wundert dies, denn die Aufklärung findet schon seit Jahrzehnten statt. Lesen Sie in diesem Ratgeber, warum die richtige Mülltrennung wichtig ist und was Sie dabei beachten sollten.
Warum ist die Mülltrennung so wichtig?
Waste Management bedeutet auf Deutsch Abfallwirtschaft. Ziel der Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist es, Ressourcen, die Umwelt, das Klima und die Gesundheit der Bevölkerung zu schonen. Der Weg führt weg von der Abfallbeseitigung und hin zu einer ganzheitlichen Abfallwirtschaft. In der fünfstufigen Abfallhierarchie (§ 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz) steht deshalb die Abfallvermeidung an erster Stelle. Dieser folgt die Vorbereitung zur Wiederverwendung (Recycling), zu der die Mülltrennung gehört. Durch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft schrumpfen der Abfallberg und der Bedarf an Rohstoffen, denn Papier, Glas, Metalle und Kunststoffe werden wieder zu Material. Zudem verringern sich der Energiebedarf und die CO₂-Emissionen, da sich eine Neuproduktion erübrigt.
Nehmen die Deutschen die Mülltrennung nicht ernst genug?
Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz ist seit dem Jahr 2015 jeder dazu verpflichtet, seinen Müll zu trennen. Eine repräsentative Civey-Umfrage brachte hervor, dass nur 3,8 Prozent der Deutschen ihrer Pflicht nicht nachkommen. 85 Prozent entsorgen ihr Altglas im Container und verwenden den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Mehr als 90 von 100 Personen werfen ihr Altpapier in die Blaue Tonne.
Und doch schaden sie dem Klima durch ihr Verhalten, denn viele Menschen trennen den Müll falsch – sei es aus Unachtsamkeit oder aus Unwissen. Obwohl seit vielen Jahren Aufklärungsarbeit von den Behörden und den Medien betrieben wird, befanden sich in der Gelben Tonne vierzig Prozent falsch sortierte Abfälle. Zwei Drittel des Aufkommens in der Restmülltonne gehörten dort nicht hinein, berichtete das Umweltbundesamt.
Wer es besser machen möchte, trennt den Deckel vom Joghurtbecher, denn diese beiden Teile bestehen aus verschiedenen Materialien. Zudem gehört das Papier – das auf Konservendosen verrät, was sich darin befindet – sauber getrennt ins Altpapier, die Dose in die Gelbe Tonne. Auch aus Platzspargründen ist es, die Abfälle aus verschiedenen Materialien ineinanderzustopfen, keine gute Idee, da die Sortieranlagen trotz ihrer Magnete, Siebe und Sensoren diese dann nicht selbstständig trennen können. Hier ist der Mensch gefragt.
Ein grober Fehler ist es, wenn Sie nicht zwischen biologisch abbaubaren und kompostierbaren Müllbeuteln zum Entsorgen von Bioabfällen trennen. Denn biologisch abbaubar bedeutet, dass die Beutel sich durch Mikroorganismen zersetzen, doch dauert der Vorgang wesentlich länger als bei einem kompostierbaren Müllbeutel. Beide verrotten zudem langsamer als der Bioabfall, der in Kompostieranlagen sechs Wochen dazu benötigt.
Der sicherste Weg ist, die Bioabfälle ohne Müllbeutel zu entsorgen, denn die Sortieranlagen können auch die kompostierbaren Müllbeutel nicht von Plastik unterscheiden. Daher werden mit Bioabfall gefüllte Müllbeutel aussortiert und wie Restmüll mit ihrem Inhalt verbrannt. Dies sollte jedoch nicht geschehen, denn Biomüll ist ein wertvoller Rohstoff. Aus diesem entstehen hochwertige Düngemittel und Gas, aus dem Strom und Wärme produziert werden. Beim Verbrennen des Biomülls zusammen mit dem Restmüll ist dagegen der Energiebedarf hoch. Der Grund liegt im hohen Wasseranteil.
So trennen Sie den Müll richtig?
Doch was genau darf in die Gelbe, in die Braune und was in die Blaue Tonne und was müssen Sie dabei beachten?
Die Gelbe Tonne
In die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack gehören Verpackungen aus Kunststoff oder Metall sowie Verbundverpackungen. Zu den Kunststoffverpackungen zählen Joghurt- und ähnliche Becher, Plastikflaschen (beispielsweise von Reinigungsmitteln) und Styroporschalen für Lebensmittel. Zu den Verbundverpackungen gehören Getränkekartons mit Deckel, Vakuumverpackungen für Kaffee sowie mit Alu oder Kunststoff beschichtete Papierverpackungen. Diese erkennen Sie daran, dass Sie sich schwerer als herkömmliches Papier einreißen lassen.
Achten Sie darauf, Verpackungen, die aus verschiedenen Materialien bestehen, zu trennen. Die Papierbanderolen von Dosen und Vakuumverpackungen lassen sich leicht lösen und in der Blauen Tonne entsorgen. Deckel von Joghurt- oder Frischkäseverpackungen kommen getrennt in die Gelbe Tonne. Die Sichtfenster aus Brot- und Brötchentüten sollten Sie ebenfalls einzeln entsorgen. Die Tüte gehört ins Altpapier, das Sichtfenster in die Gelbe Tonne. Ebenso verfahren Sie mit Werbeprospekten, die sich in einer Plastikhülle befinden. Die einzelnen Teile der Wurst- und Käseverpackungen bestehen zwar alle aus Kunststoff, jedoch sind es verschiedene Materialien. Deshalb gehören Schale und Deckel getrennt in die Gelbe Tonne.
Tipp: Verzichten Sie zugunsten der Umwelt darauf, Wasser durch das Spülen von Verpackungen zu verschwenden. Damit die Abfallentsorger die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack mitnehmen, reicht es aus, sie löffelrein zu entsorgen.
Auf keinen Fall dürfen Sie Spraydosen mit Restinhalt in die Gelbe Tonne werfen. Auch nicht hinein gehören Kleineisenteile, verschmutztes Styropor, Kunststoff-Bodenbeläge, Teich- und Abdeckfolien, CDs und DVDs, Schallplatten und alte Kassetten sowie Kinderspielzeug und alle Gegenstände aus nicht recycelbarem Kunststoff. Dazu zählen etwa Plastikschüsseln, Wäschekörbe und Gießkannen.
Was gehört in die Braune oder Grüne Tonne?
Die Braune oder Grüne Tonne ist dem Biomüll vorbehalten. Darin gehören Obstreste, Eierschalen, welkes Gemüse und Kaffeesatz. Beachten Sie, dass Sie keine Produkte aus Kunststoff darin entsorgen. Auch Kompostbeutel aus Kunststoff dürfen trotz der Kennzeichnungen als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ weder in die braune Tonne noch auf den eigenen Komposthaufen.
Wohin mit dem Altglas?
Glas ist ein energieintensives, aber gern genutztes Verpackungsmaterial für feuchte Lebensmittel und für Getränke. Fügen Sie dieses dem Recycling zu, ist dies ein Beitrag zum Schutz des Klimas. Jedoch gibt es auch bei der Altglasentsorgung Regeln, die Sie auf jeden Fall einhalten sollten. Beim Einwerfen müssen Sie darauf achten, dass Sie das Glas in die richtige Öffnung stecken. Unterschieden wird zwischen Weiß-, Braun- und Grünglas. Haben Sie blaue Flaschen zu entsorgen, gehören diese zum Grünglas. Schraubdeckel entfernen Sie zuvor, damit der Ausschuss des nicht nutzbaren Altglases gering bleibt. Kunststoff- und Aludeckel werfen Sie in die Wertstofftonne.
Beachten Sie, dass nur restentleertes Verpackungsglas in den Altglascontainer darf. Spülen brauchen Sie dieses nicht. Verboten ist es, darin Glasgeschirr, Fensterscheiben, Leuchtmittel und Porzellan zu entsorgen. Leuchtmittel entsorgen Sie auf dem Wertstoffhof. Alles andere gehört in die Restmülltonne.
Das Entsorgen von Altglas macht Lärm. Deshalb müssen Sie die an den Containern angeschlagenen Ruhezeiten einhalten. Meist ist es erlaubt, das Altglas werktags von sieben bis zwanzig Uhr zu entsorgen.
Was darf in die Blaue Tonne und was nicht?
Schon in jungen Jahren lernen deutsche Kinder, Papier und Pappe in der Blauen Tonne und nicht einfach mit dem Restmüll zu entsorgen. Doch ist das so einfach? Bestimmt haben Sie schon oft festgestellt, dass die gerade geleerte Tonne an ihre Grenzen stößt, denn Sie und Ihre Nachbarn kaufen oft online, sodass viele Kartons anfallen. Sie tun sich und anderen einen Gefallen, wenn Sie die Kartons flach zusammenlegen oder zerreißen, bevor sie in die Tonne kommen. Tipp: Kinder und Erwachsene können dabei aufgestaute Wut entladen.
Neben Kartons dürfen Sie Schulhefte, Bücher, Zeitschriften und Zeitungen in die Blaue Tonne werfen. Nicht hinein gehören weiße Thermopapiere (blaue sind erlaubt), Backpapier, To-go-Becher und Verpackungen, Getränkekartons und Fotos sowie Küchenpapier. Diese werfen Sie in die Graue Tonne zum Restmüll.
In die graue Tonne darf längst nicht alles hinein
Sind Sie der Meinung, dass alles, wofür Sie keine Tonne haben, in den Restmüll darf? Es ist richtig, dass Abfälle hineindürfen, für die es keine anderen Entsorgungswege gibt. Doch davon gibt es nur sehr wenige, etwa Zigarettenkippen, Windeln, Tapetenreste, Thermopapier, Keramik und kalte Asche sowie Papiertaschentücher und Küchenpapier. Ebenso dürfen fettige Pizzakartons und Fettpapier sowie Glas, das nicht in den Glascontainer gehört (Ausnahme Leuchtmittel), in die Graue Tonne. Insbesondere ist es verboten, Batterien in den Abfalltonnen zu entsorgen. Werfen Sie diese in die Sammelboxen, die Sie im Einzelhandel vorfinden, oder bringen Sie diese zum Wertstoffhof. Haben Sie noch anderes zu entsorgen und wissen Sie nicht wohin, erkundigen Sie sich bei Ihrem Landratsamt oder an den Wertstoffhöfen.
