Ist jedes LED-Leuchtmittel effizient und nachhaltig?

Auch in punkto Nachhaltigkeit sind LED Leuchtmittel empfehlenswert. Foto AZ.BLT via Twenty20
Auch in punkto Nachhaltigkeit sind LED Leuchtmittel empfehlenswert. Foto AZ.BLT via Twenty20

Leuchtmittel lassen sich überall finden und bringen Licht in unsere Wohnungen, den Arbeitsplatz und unsere Umgebung. Sie müssen jeden Tag stundenlang und zuverlässig Licht spenden, dabei steigen die Anforderungen an moderne Leuchtmittel immer weiter.

Sie sollen sehr langlebig sein und das bei einem geringen Stromverbrauch. Während noch vor gar nicht so langer Zeit Glühbirnen unsere Wohnungen erhellt haben, wurde schnell auf Kompaktleuchtstofflampen und nun auf Leuchtmittel durch Leuchtdioden oder kurz LED gesetzt.

Während klassische Glühbirnen eine Leistung zwischen 20 W und früher sogar 60 W aufweisen, wurde die Leistung mit Kompaktleuchtstofflampe oder Energiesparlampen auf unter 11 W reduziert. Eine LED schafft dieselbe Leuchtkraft bei gerade einmal 6 W.

Gegenüber der Energiesparlampe verzichtet die LED auch auf Quecksilber und andere giftige Stoffe, was primär bei defekten Lampen und der Entsorgung ein großer Vorteil ist. Durch die anpassbare Form der Leuchtmittel und der einstellbaren Lichttemperatur, lässt sich die LED für fast jeden Einsatz anpassen. Eingebaute Funktionen wie die Integration in Smart-Home Lösungen und die Steuerung der Leuchtmittel mittels Funk, sei es über das Smartphone oder Tablet, geben zusätzlichen Komfort.

LED-Leuchtmittel

Der Hauptgrund, warum LED-Leuchtmittel drei- bis fünfmal weniger die Umwelt belasten wie unter anderem Halogenlampen ist vorwiegend der Stromverbrauch. LED-Leuchtmittel verbrauchen bei gleicher Leuchtkraft ca. 90 % weniger Strom, dabei haben sie eine sehr viel größere Lebensdauer. Während klassische Glüh- und Halogenlampen ca. 1.000 Betriebsstunden erreichen, halten LED-Leuchtmittel bis zu 15.000 Betriebsstunden. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich schon nach einem Jahr, allein wegen des geringeren Stromverbrauchs.

Die hohe Effizienz der Leuchtmittel bei geringem Stromverbrauch sieht man auch anhand der sehr geringen Abwärme der Lampe. Während Glühlampen sehr heiß werden und zu Verbrennungen führen können, bleiben herkömmliche LED-Leuchtmittel handwarm. Auch hier gibt es spezielle Ausnahmen, die aufgrund der kompakten Bauweise sehr heiß werden können. Obwohl das Dimmen von LED-Leuchtmitteln nicht so ohne weiteres möglich ist, was an der komplexen Bauweise liegt, gibt es auch hier mittlerweile viele Modelle, die sich stufenlos dimmen lassen.

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Das neue EU-Energielabel

Am 01. September 2021 informierte unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz über das neue EU-Energielabel. Es stellt eine Einkaufshilfe dar, die an jedem Leuchtmittel zu finden ist, egal ob online gekauft oder vor Ort im Geschäft. Zu finden sind dort Änderungen der Energieeffizienzklassen und Aussagen zum Stromverbrauch der eingestuften Leuchtmittel.

Die klassische Skala A++ bis E wird nun zu A bis G, und ab dem 1. März 2023 darf dann nur noch dieses Label auf den Verpackungen verwendet werden. Die Klasse A steht hier für die energieeffizientesten Leuchtmittel, G für die am wenigsten effizienten Modelle.

Das Kriterium bei diesen Effizienzklassen ist hierbei, wie viel Lumen pro Watt das Leuchtmittel produziert. Die effizienteste Klasse A schafft hier bis zu 210 lm/W, die schlechteste Klasse G nur noch bis zu 85 lm/W. Die Leuchtmittel werden dabei insgesamt nicht schlechter als vorher eingeschätzt, die meisten Leuchtmittel befanden sich aber schon in den Klassen A bis A++, und die Verschiebung ermöglicht jetzt eine differenziertere Betrachtung.

Wie man in Preisvergleichsportalen sehen kann, gibt es auch LED-Leuchtmittel, die zwar preiswert erscheinen, aber zum Teil in die schlechteste Energieeffizienzklasse G fallen. Hier findet man etwa Leuchtmittel, die bei einem Lichtstrom von nur 320lm schon 5,3 Watt Leistung aufnehmen und damit deutlich unter die 85 lm/W fallen.

Fazit

Für die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz sind moderne LED-Leuchtmittel das Mittel der Wahl. Der geringe Stromverbrauch ist durch kein anderes Leuchtmittel zu toppen, dabei enthalten sie wesentlich weniger bis gar keine Schadstoffe – vorrangig im Vergleich zu Kompaktleuchtstofflampen, und 90 % ihrer Rohstoffe können wieder verwendet werden.

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Durch die einstellbare Lichttemperatur und Helligkeit der Leuchtmittel sorgen sie für ein gutes Raumklima – egal ob am Arbeitsplatz oder den eigenen vier Wänden – und sind dadurch laut Studien auch für die Gesundheit empfehlenswert. Die bei der Anschaffung erhöhten Kosten amortisieren sich schon nach einem Jahr, und die Lebensdauer ist sehr viel höher im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln.

Trotzdem schwanken die Effizienz und Güte der angebotenen LED-Leuchtmittel von Hersteller zu Hersteller und Modell zu Modell stark. Auch bei diesen Leuchtmitteln sollte verglichen werden und insbesondere auf das EU-Energielabel geachtet werden. Um von den Vorteilen der LED-Leuchtmittel profitieren zu können, gibt das EU-Energielabel wichtige Kaufempfehlung, von dem aus dann auf andere Kriterien wie Lichttemperatur und Helligkeit geschaut werden kann.

Bis zum 1. März 2023 darf das alte Label noch verwendet werden, ab dem Zeitpunkt wird es dann EU-weit nur noch das neue Label der Klassen A bis G geben.

 

 

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).