Holzfenster vs. Kunststofffenster

Holzfenster oder Kunststofffenster – das ist nicht allein eine Frage des Preises. Foto Stevereaves via Twenty20
Holzfenster oder Kunststofffenster – das ist nicht allein eine Frage des Preises. Foto Stevereaves via Twenty20

Die einen begeistern mit ihrer warmen, natürlichen Optik, die anderen dagegen überzeugen mit perfekter Wärmedämmung, hoher Langlebigkeit und einfacher Reinigung.

Die Rede ist von dem ewigen Duell zwischen Holzfenstern und Kunststofffenstern. Doch welche Vor- und Nachteile bieten die einzelnen Modelle wirklich? Unser Ratgeber klärt auf.

Holzfenster – Natürliches Material für ein angenehmes Ambiente

Beim Fenster kaufen hat man einige Entscheidungen zu treffen. Neben Faktoren wie Schalldämmung und dem Wärmedurchgangskoeffizient spielen das Material und die Optik natürlich auch eine Rolle. Außer Holzfenstern gibt es zum Beispiel auch Holz-Alu-Fenster – bei den Fensterherstellern im Überblick finden sich inzwischen unzählige Varianten.

Holz ist ein Werkstoff, der in der Baubranche schon lange einen guten Ruf genießt. Vor allem im Fensterbau. Und das nicht umsonst! Holzfenster können durch Stil und Umweltbewusstsein glänzen. Holz als Baustoff ist einfach zu verarbeiten und sorgt bei seinem Einsatz für ein gutes Wohngefühl. Das Holz vermittelt ein warmes Gefühl, während im Gegensatz dazu Kunststoff eher ein kaltes Gefühl ausstrahlt.

Neben einer angenehmen Wahrnehmung bringt Holz auch andere prima Eigenschaften mit wie eine gute Isolation und eine geringe Wärmeleitfähigkeit, welche gerade beim Fensterbau von Vorteil sind. Durch die guten Dämmeigenschaften lässt sich durch Holzfenster bei den Heizkosten sparen. Weiterhin wirken Holzfenster feuchtigkeitsregulierend. Das bedeutet, dass bei einer hohen Luftfeuchtigkeit das Holz einen Teil der Feuchtigkeit aufnehmen kann. Umgekehrt gibt das Holz bei einer geringen Luftfeuchtigkeit Feuchtigkeit an die Umgebung in Raum ab. Durch diesen „Atmungseffekt“ wird die Entstehung von Kondenswasser verringert.

Entgegen der genannten Vorteile existieren aber auch einige Nachteile. Beispielsweise sind Holzfenster sehr viel pflegebedürftiger als Kunststofffenster. Die Lebensdauer der Holzfenster ist stark von der Pflege abhängig. Allerdings kann die Lebensdauer von Holzfenster bei richtiger Pflege die der Kunststofffenster weit übersteigen. Möchte man lange was von seinen Holzfenstern haben, ist eine regelmäßige Pflege unvermeidbar.

Siehe auch  Nachhaltiges Bauen – Das klappt tatsächlich

Und auch schon beim ersten Einbau nach dem Fenster kaufen wird man schnell merken, dass die Holzfenster viel mehr wiegen als Kunststofffenster und somit beim Einbau viel Mühe bereiten können. Des Weiteren liegen die Preise für Holzfenster über denen der Kunststofffenster. Wer jedoch nicht auf das angenehme Ambiente durch die Holzfenster verzichten möchte, sollte da nicht am falschen Ende sparen.

Was am Ende Holzfenster kosten, kann man nicht pauschal sagen. Das ist abhängig von Faktoren wie der Verarbeitung, der Vorbehandlung, der Beschichtung, den Extras und der Holzart. Bei der Holzart sollte man aus ökologischen Aspekten Hölzer von einheimischen Laub- und Nadelbäumen wählen, da exotische Hölzer meist mit der Abholzung von Urwäldern verbunden sind. Die meisten verwendeten Nadelhölzer sind Lärche, Fichte, Kiefer und Tanne. Vertreter der Laubhölzer sind Eiche, Mahagoni und Meranti.

Kunststofffenster – Gute Fenster zum günstigen Preis

Kunststofffenster sind heute die mit Abstand meistgekaufte Fensterart in Deutschland. Jedes zweite Fenster ist aus Kunststoff. Und das ist nicht umsonst so. Fenster aus Kunststoff bringen so manche Vorteile mit sich. Kunststofffenster haben eine lange Lebensdauer und sind sehr robust. Die Fenster halten sehr gut Temperaturschwankungen und Witterungen wie Schnee, Regen und Hagel stand. Anders als bei Holzfenstern ist die Pflege sehr einfach. Es muss zum Schutz nicht regelmäßig eine Lackschicht aufgetragen werden, und das sauber machen geht durch die glatte Oberfläche ganz einfach mit den handelsüblichen Putzmitteln.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Flexibilität von Kunststofffenster. Kunststoff lässt sich bei der Fensterherstellung einfach verarbeiten, und die Form kann an den Einsatzort angepasst werden. Dadurch sind auch außergewöhnliche Fensterformen einfacher zu realisieren als beim Einsatz anderer Materialien.

Siehe auch  Nachhaltige Dacheindeckung – ökologisch

Im Vergleich zu Holzfenstern gibt es allerdings auch ein paar Nachteile. Da Kunststofffenster eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, wird relativ viel Wärme nach außen abgegeben. Die Wärmedämmung ist also etwas schlechter als bei Holzfenstern. Um die Dämmung von Kunststofffenstern zu verbessern, werden Hohlräume eingebaut. Weiterhin kommen auch Glasfasern zum Einsatz. Andere Möglichkeiten zur besseren Wärme- oder Schalldämmung sind Folien oder Edelmetallbeschichtungen auf dem Fensterglas.

Die Preise für Kunststofffenster kann man nicht pauschal beziffern. Je nach Größe, Ausführung und Extras fallen die Preise für Kunststofffenster unterschiedlich aus. Generell kann man aber sagen, dass die Preise im Gegensatz zu Fenstern anderer Materialien günstiger sind. Im Vergleich zu Fenster aus Holz kann man hier bis zu 20 % sparen. Der günstige Preis ist daher auch ausschlaggebend für den Einsatz der Kunststofffenster in Mietwohnungen.

Fazit

Wie man sieht, haben Fenster verschiedener Materialien alle ihre Vor- und Nachteile. Für welches Material man sich letztendlich entscheidet, sollte immer gut abgewogen sein. Wer nur ein kleines Budget zur Verfügung hat und sich wenig mit der Fensterpflege auseinandersetzten möchte, für den sind Fenster aus Kunststoff eine gute Wahl. Wer jedoch Wert auf eine gute Optik legt und dafür keine Kosten und Mühen scheut, könnte dagegen mit der Wahl von Fenstern aus Holz zufriedener sein.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).