Nachhaltige Kaffeebecher – die clevere Alternative zum Pappbecher

Ist das nun ein nachhaltiger Kaffeebecher oder nicht Foto les_am via Twenty20
Ist das nun ein nachhaltiger Kaffeebecher oder nicht Foto les_am via Twenty20

Wer sich einmal näher mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst, wird schnell feststellen, dass man heute in jedem Lebensbereich etwas mehr auf die Natur und seine Umwelt achten kann.

Besonders beliebt sind Themen rund um die Ernährung. Auch Bekleidung ist ein Bereich, in dem Nachhaltigkeit heute immer wichtiger wird und immer mehr Anhänger findet.

Daneben gibt es auch verschiedene Lebensbereiche, in denen Nachhaltigkeit nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes sinnvoll ist – auch aus reinen Kostengründen kann es sich lohnen, auf einen nachhaltigeren Lebensstil umzusteigen. Ein Beispiel dafür sind Haushaltsgegenstände. Hier in den Nachhaltigkeitsnews finden Sie ein paar interessante Informationen rund um nachhaltige Kaffeebecher und welche Vorteile diese letztlich mit sich bringen.

Vorteile von nachhaltigen Kaffeebechern

Man sieht sie jeden Morgen auf den Bahnhöfen, den Straßen und an den Bushaltestellen der Republik – Menschen, die beim Bäcker um die Ecke einen Coffee-to-go mitgenommen haben und diesen auf dem Weg zur Arbeit, in die Uni oder in die Schule genießen. Den morgendlichen Koffeinbedarf auf diesem Weg zu stillen ist ebenso zeitsparend wie modern.

Das zeigen die Zahlen – immerhin 320.000 Kaffeebecher aus Pappe mit Plastikdeckel gehen pro Stunde über die Ladentheken der Bäckereien und Coffee-Shops deutschlandweit.

Damit kommen wir auf 2,8 Milliarden Becher, die allein in Deutschland im Jahr weggeworfen werden. Nachrichten, wie die über Mikroplastik in der Arktis lassen dabei allerdings immer mehr Menschen innehalten und über das eigene Konsumverhalten nachdenken. Denn das Einsparen von Einweg-Kaffee-Bechern ist alles andere als schwierig. Ein nachhaltiger Kaffeebecher bringt Ihnen dabei verschiedene Vorteile.

Zum einen produzieren Sie so weniger Müll. Den nachhaltigen Kaffeebecher für unterwegs können Sie nicht nur überall hin mitnehmen – er ist auch abwaschbar und in der Regel über viele Jahre hinweg nutzbar.

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Viele Modelle können auch problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden. Ob Sie nun Ihren eigenen Kaffee von zu Hause aus mitnehmen möchten oder sich den nachhaltigen Kaffeebecher im Kaffee Shop Ihrer Wahl auffüllen lassen – für die Natur ist die Nutzung eines nachhaltigen Bechers eine echte Wohltat.

Tipp

Kaffeebecher, die nachhaltig daherkommen, eignen sich auch hervorragend als Geschenke. Besonders schön sind in diesem Zusammenhang personalisierbare Kaffeebecher. Als Geschenk für einen besonderen Kaffeeliebhaber sind solche Becher immer eine gute Idee. Eine Anleitung zum Personalisieren gibt es hier.

Aus welchen Materialien bestehen nachhaltige Kaffeebecher?

Nicht jeder Kaffeebecher aus hartem Material, den Sie im Laden kaufen können, ist automatisch auch nachhaltig. Stabile Coffee-to-go-Becher enthalten leider oftmals Bestandteile aus Plastik Bisphenol-A – auch BPA genannt. Dieser Stoff kann sich bei hohen Temperaturen aus dem Hartplastik des Bechers lösen und löst sich dann im Kaffee. So gelangt er in Ihren Körper, wo er eine ähnliche Wirkung entfaltet wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen.

Bleibt die Frage, welche Materialien für Kaffeebecher, die als nachhaltig gelten, genutzt werden können. In der Folge stellen wir Ihnen einige Typen von nachhaltigen Kaffeebechern vor.

Edelstahl

Edelstahl ist ein Material, das man heute in immer mehr Küchen in Deutschland in den verschiedensten Ausführungen findet. Das hat einfache Gründe. Da wäre beispielsweise der Umstand, dass Edelstahl immer lebensmittelecht ist. Darüber hinaus ist Edelstahl absolut rostfrei und daher in der Nutzung für Lebensmittel komplett unbedenklich.

Edelstahl bringt allerdings auch ein Problem mit sich. Die Herstellung von Edelstahlprodukten für den Küchengebrauch verbraucht sehr viel Energie. Daher ist ein Edelstahlbecher nur dann nachhaltig, wenn Sie ihn wirklich über mehrere Jahre hinweg verwenden.

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PP & PE Kaffee Becher

PP und PE sind Abkürzungen für die Stoffe Polypropylen und Polyethylene. Beide Materialien sind lebensmittelecht und enthalten kein BPA. Dass sie zusätzlich geruchlos und hautneutral daherkommen, sorgt dafür, dass es hier beim Kaffeegenuss keine unangenehmen Überraschungen geben kann.

Doch auch bei diesen Bechern gibt es einen Haken. Sie werden auf Grundlage von Erdöl hergestellt und sind nicht natürlich abbaubar. Im direkten Vergleich zum täglichen Verbrauch eines Pappbechers mit Plastikkappe sind Kaffee Becher aus PP oder PE jedoch das kleinere Übel – vor allem dann, wenn Sie diese über einige Jahre hinweg nutzen.

Silikon Kaffeebecher

Silikon ist tatsächlich ein Material, bei dem es keine Bedenken bei der Nutzung gibt. Denn Silikon beinhaltet keine Weichmacher, ist hitzebeständig, langlebig und sehr flexibel. Allein die Konsistenz des Stoffes gefällt nicht jedem. Wer aber mit Silikongeschirr gut klarkommt und seinen Kaffeebecher nachhaltig gestalten möchte, ist mit einem Silikonbecher auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Was ist mit Kaffeebechern aus Bambus?

Es war eine Weile ein regelrechter Boom – Bambus als das neue und besonders nachhaltige Material, mit dem man nahezu alles anfangen konnte. Von Bodenfliesen, die hochwertige und wenig nachhaltige Tropenwaldhölzer ersetzen sollten, bis hin zu Küchenutensilien mit einem Bambusanteil. In der Umweltszene herrschte reger Alarm – ein neues Allheilmittel schien auf dem Markt zu sein.

Doch dieser schöne Traum ist schon vor einigen Jahren abrupt geplatzt. Denn verschiedene Tests haben ergeben, dass in Flüssigkeiten, die beispielsweise in einem Bambusbecher transportiert werden, Schadstoffe nachweisbar sind. Das liegt in einigen Fällen an den Plastikbestandteilen in einem Bambusbecher.

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Bambus ist ein schnell nachwachsender, natürlicher Rohstoff. Doch im Prinzip ist Bambus nur ein Grasgewächs. Damit Bambus so hart und beständig werden kann, wie man es beispielsweise für einen Kaffeebecher braucht, müssen zahlreiche weitere Bestandteile in das Material gemischt werden. Unter anderem findet sich in solchen Bechern oftmals auch Melamin.

Dieser Stoff kann eine echte Gesundheitsgefahr darstellen. So rät beispielsweise das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), Geschirr mit einem Melamin-Anteil nur bei Temperaturen bis maximal 70 Grad Celsius zu verwenden. Andernfalls würden Giftstoffe freigesetzt. Ein frisch aufgebrühter Kaffee knackt diese 70 Grad Celsius in den meisten Fällen problemlos.

Auch die Verbraucherzentralen haben zu dem Thema bereits Artikel veröffentlicht – in denen Bambusprodukte für den Küchengebrauch alles andere als gut wegkommen. Damit dieser Stoff wirklich nachhaltig für die Herstellung von Kaffeebechern verwendet werden kann, wird noch einige Zeit und Forschungsarbeit notwendig sein.

Fazit

Umweltfreundlich leben – ein Ziel, das viele Menschen heute teilen. Eine Möglichkeit, den eigenen CO2-Fußabdruck und auch die Menge an produziertem Müll im Leben erheblich zu verringern, ist die Nutzung eines nachhaltigen Kaffeebechers. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Materialien, die einen Kaffeebecher nachhaltig machen – in manchen Fällen allerdings nur mit leichten Abstrichen.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).