Gefahren von Baustaub

Baustaub ist nach wissenschaftlicher Erkenntnis auf Dauer extrem gesundheitsgefährdend. Foto: © Salsabila Ariadina / stock adobe

Wo gehobelt wird, da fallen Späne! So ein altes Sprichwort. Man könnt es aber auch ableiten und sagen: Wo gebaut wird, da entsteht Staub! Und dieser sogenannte Baustaub ist nicht nur lästig, sondern kann die Gesundheit ernsthaft schädigen und bei einigen Arten und unter ungünstigen Umständen sogar zum Tod führen.

Regelmäßiges Einatmen dieser Stäube über einen langen Zeitraum kann daher lebensverändernde Lungenkrankheiten verursachen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Risiken durch Baustaub vermeiden oder zumindest angemessen kontrollieren können.

Was ist Baustaub?

„Baustaub“ ist ein allgemeiner Begriff, der verschiedene Stäube beschreibt, die auf einer Baustelle auftreten können. Es gibt drei Hauptarten:

  • Siliziumdioxidstaub – entsteht bei Arbeiten an siliziumhaltigen Materialien wie Beton, Mörtel und Sandstein (auch bekannt als lungengängiges kristallines Siliziumdioxid oder RCS)
  • Holzstaub – entsteht bei der Bearbeitung von Weichholz, Hartholz und Holzwerkstoffen wie MDF und Sperrholz
  • Stäube mit geringerer Toxizität, die bei der Bearbeitung von Materialien entstehen, die nur sehr wenig oder gar keine Kieselsäure enthalten. Zu den häufigsten gehören Gips (z. B. in Gipsplatten), Kalkstein, Marmor und Dolomit.

Diese Baustellenstäube können bei vielerlei Arbeiten auftreten – zum Beispiel beim Mischen von Beton und Mörtel, beim Bohren, Sägen, Schleifen von Baumaterialien wie Beton, Ziegel oder Stein usw. Vermeiden lassen sie sich nicht – der Umgang mit ihnen ist entscheidend für die Gesundheit von Mensch und Umwelt.

Was ist in Baustaub enthalten?

Baustaub enthält in mehr oder weniger großer Menge sogenannte lungengängige Partikel. Neben den erwähnten Partikeln aus Siliziumdioxid, Holz etc. können diese auch in Form von Zementstaub, Metallpartikeln (bei Metallbearbeitungsvorgängen wie Schweißen, Schneiden oder Schleifen), Asbestfasern sowie Kunststoffen und organischen Stoffen freigesetzt werden. Je nach Art der durchgeführten Arbeiten können zudem Chemikalien und Lösungsmittel in den Baustaub gelangen.

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Baustaub ist gefährlich für Mensch und Natur

Jeder, der diese Stäube einatmet, sollte wissen, welche Schäden sie in der Lunge und den Atemwegen anrichten können. Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten staubbedingten Krankheiten, von denen Menschen, die über längere Zeit auf dem Bau arbeiten und sich nicht entsprechend schützen, betroffen sind:

  • Lungenkrebs
  • Silikose
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Asthma

Einige Lungenkrankheiten, etwa die fortgeschrittene Silikose oder Asthma, können sich recht schnell entwickeln. Die meisten der genannten Krankheiten entwickeln sich jedoch über einen längeren Zeitraum.

Der Staub kann sich in der Lunge ansammeln und sie im Laufe der Zeit schädigen. Die Auswirkungen sind oft nicht sofort erkennbar. Leider kann der Gesamtschaden, wenn er erst einmal bemerkt wird, bereits schwerwiegend und lebensverändernd sein. Er kann zu dauerhaften Schäden und einem verfrühten Tod führen.

Hohe Staubkonzentrationen werden vor allem durch eine oder mehrere der folgenden Faktoren verursacht:

  • Hochenergetische Werkzeuge: Trennsägen, Fräsen, Schleifmaschinen und Sandstrahler erzeugen in kurzer Zeit viel Staub
  • Geschlossene Räume: Je geschlossener ein Raum ist, desto mehr Staub wird aufgewirbelt
  • Zeit: Je länger die Arbeit dauert, desto mehr Staub fällt an
  • Häufigkeit: Wenn man regelmäßig Tag für Tag die gleiche Arbeit verrichtet, erhöht sich das Risiko

Baustaub wirkungsvoll verhindern

Baustaub kann niemals ganz verhindert, aber mit den richtigen Maßnahmen deutlich verringert werden. Prüfen Sie daher vor Beginn jeder Arbeit, wie Sie die Staubentwicklung verringern können. Verwenden Sie beispielsweise andere Materialien, weniger leistungsfähige Werkzeuge oder andere Arbeitsmethoden.

Baumaterialien in der richtigen, vorgefertigten Größe können dafür sorgen, dass weniger Schneide- oder Vorbereitungsarbeiten erforderlich sind. Silikatfreie Strahlmittel verringern die Risiken beim Strahlen. Mit einem direkten Befestigungssystem müssen Sie weniger bohren.

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Doch selbst wenn Sie auf diese Weise einen Teil des Staubs aufhalten, können bei vielen unabdingbaren Arbeiten immer noch hohe Staubkonzentrationen entstehen. In diesen Fällen besteht die wichtigste Maßnahme darin, zu verhindern, dass der Staub in die Luft und/oder an den Anwender gelangt. Hierfür gibt es drei Hauptmethoden:

1. Wasser

Wasser dämpft die Staubwolken. Allerdings muss es richtig eingesetzt werden. Das bedeutet, dass während der gesamten Dauer der Arbeiten ausreichend Wasser in der richtigen Menge zugeführt wird. Ein einfaches Befeuchten des Materials im Vorfeld reicht nicht aus. Am wirksamsten ist eine Staubbindeanlage, die allerdings aufgrund der aufwendigen Technik, der Größe und des Preises meist nur für größere Betriebe infrage kommt.

2. Staubabsaugung

Eine Staubabsaugung entfernt den Staub, während er entsteht. Es handelt sich hierbei um ein lokales Absaugsystem, das direkt am Werkzeug angebracht wird. Dieses System besteht aus mehreren Einzelteilen – dem Werkzeug, der Erfassungshaube, der Absauganlage und den Schläuchen. Wichtig: Es muss eine Absauganlage mit der richtigen Spezifikation (d. h. eine Filteranlage der Klasse H (hoch), M (mittel) oder L (niedrig)) verwendet werden.

3. Atemschutzausrüstung

Das Binden des Staubs mit Wasser oder eine Absaugung am Werkzeug ist nicht immer geeignet oder reduziert die Exposition nicht ausreichend. Daher sollte zusätzlich ein Atemschutz eingesetzt werden. Hierbei ist es wichtig, dass der Atemschutz für die Menge und die Art des Staubs geeignet ist. Jede Atemschutzausrüstung hat einen zugewiesenen Schutzfaktor, der angibt, wie viel Schutz sie dem Träger bietet.

Fazit

Auch wenn es zunächst nicht so scheint, kann Baustaub schwerwiegende gesundheitliche Folgen bewirken – besonders wenn ein Mensch über längere Zeit und/oder in einer hohen Konzentration mit ihm belastet wird. Daher sind entsprechende Schutz- und Gegenmaßnahmen unumgänglich.

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Die Möglichkeiten sind vielfältig, von der einfachen Atemschutzmaske bis hin zur professionellen Staubbindeanlage. Die Gesundheit aller Mitarbeiter sollte den Aufwand wert sein.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).