Wer sein Heim gemütlich und praktisch zugleich einrichten möchte, kommt an Kommode, Anrichte oder Sideboards nicht vorbei. Alle drei sehen sich auf den ersten Blick häufig erstaunlich ähnlich. Und: Alle drei Möbel bieten Stauraum, verfügen meist über Schubladen, Türen oder Fächer und besitzen eine Ablagefläche. Trotzdem wurden sie ursprünglich für unterschiedliche Zwecke entwickelt.
Allerdings sind die genauen Abgrenzungen zwischen den drei Möbelstücken heute nicht mehr ganz so einfach. Denn Möbeldesigner kombinieren traditionelle Formen miteinander, und auch Händler verwenden die Bezeichnungen nicht immer einheitlich. Einige typische Merkmale helfen dennoch dabei, die Möbelarten voneinander zu unterscheiden und das passende Modell für einen bestimmten Raum auszuwählen.
Kommode, Anrichte und Sideboard – wo liegen die Unterschiede?
Die Unterschiede zeigen sich vor allem bei Größe, Aufbau und ursprünglicher Nutzung. Kommoden verfügen traditionell über mehrere Schubladen, während die Anrichte aus dem Essbereich stammt und vor allem Geschirr sowie Tischwäsche aufnehmen sollte. Ein Sideboard ist meist breiter und niedriger gebaut und wird heute in unterschiedlichen Wohnbereichen eingesetzt.
Allerdings sollte man die Begriffe nicht als starre Kategorien verstehen. Moderne Möbel vereinen häufig sowohl Schubladen, Türen als auch offene Fächer in einem. Deshalb ist neben der Bezeichnung immer auch die konkrete Bauweise eines Modells interessant.
Die Kommode: viel Stauraum auf vergleichsweise kleiner Fläche
Eine klassische Kommode besitzt mehrere übereinander angeordnete Schubladen. Dadurch lassen sich kleinere Gegenstände übersichtlich voneinander trennen. Besonders für Kleidung, Wäsche, Dokumente oder persönliche Dinge bietet diese Aufteilung praktische Vorteile.
Kommoden benötigen häufig weniger Wandfläche als breite Aufbewahrungsmöbel. Deshalb finden sie nicht nur im Schlafzimmer Platz. Auch im Flur, Kinderzimmer oder Arbeitszimmer können sie genutzt werden, wenn zusätzlicher Stauraum benötigt wird, ohne eine lange Wand vollständig zu belegen.
Die Anrichte: klassischer Stauraum rund um den Esstisch
Die Anrichte hat ihren Ursprung im Esszimmer. Früher wurden darauf Speisen angerichtet oder Geschirr bereitgestellt, bevor es auf den Tisch kam. Im Inneren befanden sich Teller, Besteck, Gläser und Tischwäsche, die dadurch unmittelbar in der Nähe des Essplatzes aufbewahrt werden konnten.
Diese Aufgabe erfüllt die Anrichte teilweise noch heute. Moderne Modelle sind allerdings nicht mehr ausschließlich für klassische Esszimmer gedacht. Hinter Türen und in Schubladen lassen sich auch andere Gegenstände verstauen, während die obere Fläche Raum für Leuchten, Vasen oder Bilder bietet.
Moderne Aufbewahrungsmöbel für Wohn- und Esszimmer
Breite, eher niedrige Aufbewahrungsmöbel haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu festen Bestandteilen moderner Einrichtungen entwickelt. Sie wirken weniger wuchtig als hohe Schränke und bieten dennoch überraschend viel Platz. Gleichzeitig bleibt oberhalb des Möbels freie Wandfläche erhalten.
Diese Kombination macht solche Möbel für unterschiedliche Räume interessant. Neben dem Essbereich kommen sie im Wohnzimmer, Flur oder sogar im Arbeitszimmer zum Einsatz. Entscheidend ist weniger die traditionelle Bezeichnung als die Frage, welche Aufteilung zum eigenen Bedarf passt.
Breite Bauform mit vielseitiger Innenaufteilung
Typisch ist eine längliche Form mit mehreren Türen, Schubladen oder Fächern. Dadurch können größere und kleinere Gegenstände gemeinsam untergebracht werden. Geschlossene Bereiche sorgen dafür, dass Alltagsgegenstände nicht ständig sichtbar sind.
Die breite Oberfläche bietet zusätzlichen Platz. Pflanzen, Bilder, Leuchten oder einzelne Dekorationsstücke können dort arrangiert werden, ohne dass das Möbel seine eigentliche Aufgabe als Stauraum verliert. Insbesondere in größeren Räumen kann diese horizontale Form zudem für ausgewogene Proportionen sorgen.
Highboard und Lowboard als weitere beliebte Varianten
Neben den klassischen Formen haben sich zahlreiche Abwandlungen entwickelt. Besonders häufig begegnen einem die Begriffe Highboard und Lowboard. Beide Möbel orientieren sich an modernen, geradlinigen Aufbewahrungsmöbeln, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Proportionen.
Ein Highboard nutzt stärker die Raumhöhe, während ein Lowboard bewusst niedrig bleibt. Welche Variante sinnvoll ist, hängt deshalb nicht nur vom Geschmack, sondern auch von der vorhandenen Stellfläche und dem gewünschten Einsatzzweck ab.
Highboard und Lowboard nutzen den Raum unterschiedlich
Highboards bieten auf relativ geringer Bodenfläche zusätzlichen Stauraum. Sie eignen sich beispielsweise für Esszimmer oder Wohnzimmer, in denen eine längere freie Wandfläche fehlt. Modelle mit Glasflächen können außerdem genutzt werden, um ausgewählte Gegenstände sichtbar unterzubringen.
Lowboards sind deutlich niedriger und werden häufig im Wohnbereich eingesetzt. Ihre geringe Höhe macht sie beispielsweise als Möbel unter einem Fernseher geeignet. Gleichzeitig lassen sie einen Raum offener erscheinen, weil ein großer Teil der Wandfläche sichtbar bleibt.
Unterschiede bei Höhe, Breite und Stauraum im Überblick
Feste Maße gibt es für die einzelnen Möbelarten nicht. Die Bezeichnungen beschreiben eher typische Proportionen als verbindliche Größen. Deshalb können zwei Modelle mit ähnlichen Maßen im Handel durchaus unterschiedlich bezeichnet werden.
Grundsätzlich sind Kommoden häufig kompakter und stärker auf Schubladen ausgerichtet. Anrichten und breite Wohnmöbel bieten dagegen meist größere Fächer hinter Türen. Highboards nutzen stärker die Höhe, Lowboards bleiben bewusst flach.
Die Innenaufteilung ist oft wichtiger als die Bezeichnung
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick hinter Türen und in Schubladen. Ein breites Möbel bringt wenig, wenn die Fächer nicht zu den Gegenständen passen, die darin untergebracht werden sollen. Für hohe Vasen oder große Schüsseln werden andere Innenmaße benötigt als für Dokumente oder Besteck.
Auch verstellbare Einlegeböden können hilfreich sein. Sie erlauben es, den Stauraum später anders aufzuteilen. Dadurch kann ein hochwertiges Möbel auch dann weiter genutzt werden, wenn sich Einrichtung oder Nutzung eines Raumes verändern.
Welches Möbelstück eignet sich für welchen Raum?
Die Auswahl sollte sich zunächst nach dem tatsächlichen Platzbedarf richten. Im Schlafzimmer werden andere Dinge verstaut als im Esszimmer, und ein schmaler Flur stellt andere Anforderungen als ein großes Wohnzimmer. Deshalb ist eine Einteilung allein nach Möbelbezeichnungen wenig sinnvoll.
Auch die Größe des Raumes spielt eine Rolle. Ein sehr breites Möbel kann in einem kleinen Zimmer dominant wirken. Ein höheres, schmaleres Modell nutzt dort möglicherweise die vorhandene Fläche besser.
Vom Schlafzimmer bis zum Essbereich passend auswählen
Für Schlafzimmer eignet sich häufig eine Kommode mit mehreren Schubladen, weil Kleidung und Wäsche getrennt aufbewahrt werden können. Im Esszimmer ist dagegen ein Möbel mit größeren Fächern sinnvoll, wenn Teller, Schüsseln, Gläser und Tischwäsche darin Platz finden sollen.
Im Wohnzimmer ist eine gemischte Innenaufteilung häufig praktisch. Bücher, Technikzubehör, Spiele oder Unterlagen benötigen unterschiedliche Fächer. Wer vor dem Kauf festlegt, was tatsächlich verstaut werden soll, kann die passende Bauform gezielter auswählen.
Nachhaltigkeit bei Möbeln – worauf achten?
Ein Möbelstück wird nachhaltiger, wenn es möglichst lange verwendet werden kann. Material, Verarbeitung und Reparierbarkeit sind deshalb mindestens ebenso interessant wie das Design. Ein günstiges Möbel, das nach wenigen Jahren ersetzt werden muss, verbraucht auf Dauer mehr Ressourcen als ein langlebiges Modell.
Auch die Herkunft der Materialien ist bei der Kaufentscheidung ein wichtiges Kriterium. Bei Holzmöbeln geben anerkannte Zertifizierungen Hinweise auf die Herkunft des Rohstoffs. Darüber hinaus können kurze Transportwege, robuste Beschläge und austauschbare Bauteile zu einer längeren Nutzungsdauer beitragen.
Langlebige Materialien und Reparierbarkeit genauer betrachten
Massivholz besitzt den Vorteil, dass viele Oberflächen abgeschliffen und neu behandelt werden können. Kratzer oder kleinere Beschädigungen bedeuten deshalb nicht zwangsläufig das Ende eines Möbelstücks. Auch gut verarbeitete Holzwerkstoffe können lange genutzt werden, sofern Kanten, Beschläge und Verbindungen belastbar ausgeführt sind.
Hilfreich sind außerdem austauschbare Scharniere, Griffe und Schubladenauszüge. Kleine Defekte lassen sich dann reparieren, ohne das gesamte Möbel ersetzen zu müssen. Zeitlose Gestaltung kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Möbel auch nach einer Veränderung der Einrichtung weiterhin gefällt.
Gebrauchte Möbel können Ressourcen länger im Kreislauf halten
Nicht jedes Möbel muss neu gekauft werden. Gerade Kommoden und Anrichten aus Massivholz finden sich häufig auf dem Gebrauchtmarkt und können noch viele Jahre genutzt werden. Gebrauchsspuren lassen sich je nach Oberfläche entfernen oder bewusst als Teil des Charakters erhalten.
Auch die Weitergabe eigener Möbel verlängert deren Nutzungsdauer. Ein qualitativ gut verarbeitetes Stück kann mehrere Besitzer überstehen. Dadurch werden vorhandene Materialien länger genutzt, bevor neue Rohstoffe für Ersatzmöbel benötigt werden.
Fazit
Kommode, Anrichte, Highboard und Lowboard unterscheiden sich vor allem durch Proportionen, Innenaufteilung und traditionelle Verwendung. Im modernen Möbelhandel sind die Grenzen allerdings fließend. Bei einem angedachten Kauf sollten sich Interessenten also nicht nur von der Bezeichnung leiten lassen, sondern genau hinschauen.
Heißt: Es kommt auch auf die verfügbare Stellfläche, den benötigten Stauraum und die Gegenstände, die untergebracht werden sollen, an. Wer zusätzlich auf stabile Verarbeitung, reparierbare Bauteile, langlebige Materialien und eine zeitlose Gestaltung achtet, kann ein Möbel viele Jahre nutzen und damit zugleich Ressourcen schonen.
