Cannabis im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in den eigenen vier Wänden anzubauen, ist für viele Hobbygärtner interessant geworden. CBD-reiche Sorten stehen dabei im Mittelpunkt, da bei ihnen Cannabidiol stärker in den Vordergrund rückt. Der Pflegeaufwand ist jedoch nicht zu unterschätzen: Licht, Wasser, Temperatur und Nährstoffe müssen zusammenpassen.
Abgesehen von der richtigen Pflege müssen gesetzliche Vorgaben für den privaten Cannabisanbau in Deutschland berücksichtigt werden. Vor dem ersten Samen lohnt es sich daher, sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die Bedürfnisse der Pflanze zu kennen. Mit einer guten Vorbereitung lässt sich der Anbau auch ohne jahrelange Erfahrung angehen.
CBD selber anbauen – rechtliche Grundlagen beachten
Der private Cannabisanbau ist in Deutschland Erwachsenen grundsätzlich erlaubt. Pro volljähriger Person dürfen am eigenen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort höchstens drei Cannabispflanzen gleichzeitig zum Eigenkonsum angebaut werden. Das selbst angebaute Cannabis darf nicht an andere Personen weitergegeben werden.
Darüber hinaus muss der Anbau vor dem Zugriff durch Dritte geschützt sein. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche. Auch mögliche Belastungen für Nachbarn, beispielsweise durch starke Gerüche, dürfen nicht außer Acht gelassen werden.
Der Begriff CBD-Hanf führt gelegentlich zu Missverständnissen. Ein hoher CBD-Gehalt bedeutet nicht automatisch, dass für die betreffende Cannabispflanze andere Regeln gelten. Gerade beim Anbau mit dem Ziel, später CBD Blüten zu ernten, lohnt deshalb ein genauer Blick auf Sorte, Herkunft und die Angaben des Saatgutanbieters.
Der richtige Standort für CBD-Hanf
Cannabis liebt Licht. Beim Anbau im Freien kommen deshalb sonnige Plätze im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon infrage. Gleichzeitig profitiert die Pflanze von einem gewissen Schutz vor starkem Wind und heftigen Regengüssen.
Ein sonniger Platz allein reicht allerdings nicht aus. Die Pflanze braucht genügend Raum für Wurzeln und Triebe. Je nach Sorte kann Cannabis beträchtlich in die Höhe und Breite wachsen. Auf kleinen Balkonen bieten sich daher eher kompakt bleibende Sorten an.
Beim Anbau innerhalb des Hauses lassen sich Licht und Klima stärker beeinflussen. Dafür braucht es allerdings passende Pflanzenbeleuchtung und einen regelmäßigen Luftaustausch. Stehende, feuchte Luft rund um dicht wachsende Pflanzen erhöht das Risiko für Schimmel und andere Probleme.
Samen auswählen – worauf kommt es bei CBD-Sorten an?
Die spätere Entwicklung beginnt bereits mit der Auswahl des Saatguts. CBD-reiche Cannabissorten unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe. Auch Wuchshöhe, Blütezeit, Robustheit und Anforderungen an den Standort können deutlich voneinander abweichen.
Für Einsteiger sind widerstandsfähige Sorten interessant, die kleinere Pflegefehler besser verkraften. Gleichzeitig muss die Pflanzengröße zum vorhandenen Platz passen. Eine Sorte mit ausgeprägtem Höhenwachstum kann in einem kleinen Innenraum oder auf einem schmalen Balkon schnell zum Problem werden.
Auch auf die Herkunft der Samen kommt es an. Nachvollziehbare Angaben zur Genetik, zur ungefähren Entwicklungsdauer und zu den Eigenschaften der Pflanze sind ein Muss. Preiswertes Saatgut unbekannter Herkunft kann dagegen Überraschungen mit sich bringen.
Keimung und Anzucht der Pflanzen
Für die Keimung braucht er vor allem Feuchtigkeit und Wärme. Eine Möglichkeit besteht darin, den Samen direkt in lockere Anzuchterde zu setzen und das Substrat anschließend gleichmäßig feucht zu halten. Nasse Erde ist dabei genauso ungünstig wie vollständig ausgetrocknetes Substrat. Zu viel Wasser verdrängt Luft aus dem Boden und kann die jungen Wurzeln schädigen. Sobald der Keimling aus der Erde kommt, gewinnt außerdem die Lichtversorgung an Bedeutung.
Bei Lichtmangel wächst der junge Stängel häufig auffällig schnell in die Höhe und bleibt dabei dünn. Kräftige Jungpflanzen entwickeln dagegen einen stabileren Aufbau. Erst wenn das Wurzelsystem ausreichend gewachsen ist, steht das Umpflanzen in ein größeres Gefäß an.
Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit richtig abstimmen
Licht liefert der Cannabispflanze die Grundlage für ihr Wachstum. Im Freien übernimmt die Sonne diese Aufgabe. In Innenräumen hängt die Versorgung von einer geeigneten Pflanzenbeleuchtung ab. Daneben beeinflusst die Temperatur die Entwicklung. Extreme Hitze setzt den Pflanzen ebenso zu wie starke Kälteeinbrüche. Gleichmäßige Bedingungen erleichtern insbesondere jungen Pflanzen das Wachstum.
Auch die Luftfeuchtigkeit verändert ihre Bedeutung im Laufe der Entwicklung. Jungpflanzen kommen mit etwas feuchterer Luft meist gut zurecht. Während der Blüte wird eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit dagegen problematischer, weil die dicht stehenden Pflanzenteile Feuchtigkeit speichern können. Frische Luft und ausreichende Luftbewegung verringern das Risiko von Schimmel.
CBD-Pflanzen richtig gießen, düngen und pflegen
Beim Gießen führt ein fester Zeitplan nicht automatisch zum besten Ergebnis. Viel aussagekräftiger ist der Zustand der Erde. Trocknet die obere Schicht etwas ab, kann erneut gegossen werden. Bleibt das Substrat dagegen ständig nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel.
Ähnlich verhält es sich mit Dünger. Mehr Nährstoffe bedeuten nicht automatisch stärkeres Wachstum. Eine zu hohe Dosierung kann die Wurzeln belasten und sich durch Veränderungen an den Blättern bemerkbar machen.
Ebenfalls wichtig: Während der Wachstumsphase benötigt die Pflanze andere Nährstoffverhältnisse als während der Blüte. Handelsübliche Pflanzendünger für Cannabis berücksichtigen diese unterschiedlichen Phasen. Die Angaben des Herstellers geben dabei eine sinnvolle Orientierung.
Regelmäßige Kontrollen gehören ebenfalls zur Pflege. Veränderungen an Blättern, ungewöhnliche Flecken oder kleine Schädlinge fallen bei einem täglichen Blick auf die Pflanzen früher auf. Viele Probleme lassen sich dadurch erkennen, bevor größere Teile der Pflanze betroffen sind.
Erntezeitpunkt erkennen und Blüten richtig trocknen
Gegen Ende der Blüte rückt die Ernte näher. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Sorte und den Wachstumsbedingungen ab. Sichtbare Veränderungen an den Blüten liefern erste Hinweise auf den Reifegrad.
Viele Anbauer betrachten zusätzlich die Trichome. Dabei handelt es sich um winzige Harzdrüsen auf den Blüten und angrenzenden Pflanzenteilen. Ihre Färbung verändert sich während der Reifung. Eine Lupe erleichtert die Beobachtung dieser kleinen Strukturen erheblich.
Mit dem Abschneiden ist die Pflegearbeit aber keinesfalls beendet. Frisch geerntete Blüten enthalten viel Feuchtigkeit und brauchen Zeit zum Trocknen. Ein dunkler, gut belüfteter Raum bietet dafür passende Bedingungen. Zu hohe Feuchtigkeit begünstigt Schimmel, während sehr schnelles Trocknen Aroma und Beschaffenheit beeinträchtigen kann.
Auch nach dem Trocknen gehören Licht, Wärme und Feuchtigkeit zu den wichtigsten Einflussfaktoren bei der Aufbewahrung. Gleichzeitig gelten die gesetzlichen Besitzgrenzen für Cannabis aus dem privaten Eigenanbau.
Fazit
Beim erfolgreichen Anbauen von CBD-reichen Cannabispflanzen kommt es nicht auf teure Technik an. Viel wichtiger sind passende Bedingungen und ein aufmerksamer Umgang mit den Pflanzen. Licht, Wasser, Luft und Nährstoffe müssen dem jeweiligen Entwicklungsstadium entsprechen.
Für Einsteiger lohnt ein einfacher Start mit wenigen Pflanzen und einer robusten Sorte. Dadurch lassen sich erste Erfahrungen sammeln, ohne den Anbau unnötig kompliziert zu machen. Gleichzeitig gehört die aktuelle Rechtslage von Anfang an zur Planung. Sind Standort, Sorte und Pflege aufeinander abgestimmt, steht einem überschaubaren privaten Anbau im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben wenig im Weg.
