Wasserkocher oder Herd – Was ist energiesparender?

Wasserkocher oder Kochtopf – was ist besser Foto © diy13 stock adobe
Wasserkocher oder Kochtopf – was ist besser Foto © diy13 stock adobe

Steigende Energiepreise – daran haben wir uns bereits seit vielen Jahren gewöhnt. Im Zuge der Corona-Krise und dem Krieg in der Ukraine mit den entsprechenden wirtschaftlichen Folgen hat sich das Ganze jedoch noch verschärft.

Energiespartipps sind daher gefragter denn je. Wir zeigen Ihnen anhand von Leitungswasser, das erwärmt werden soll, wie das Ganze besonders energiesparend von Statten gehen kann.

Wie kann man Wasser energiesparend erhitzen?

Moderne Technik ermöglicht es, Wasser wesentlich energiesparender zu erhitzen als mit der altertümlichen Methode auf dem heimischen Herd. Eine Möglichkeit, Wasser besonders energiesparend zu erhitzen, ist die Verwendung eines Warmwasserspeichers im Haushalt. Dieser speichert das erhitzte Wasser und stellt es bei Bedarf zur Verfügung, anstatt es jedes Mal neu zu erhitzen. Außerdem kann man einen energiesparenden Boiler wählen, der in Verbindung mit modernen Technologien wie Wärmetauschern oder Wärmepumpen arbeitet.

Eine weitere Option ist die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Sonnenkollektoren oder Holzschnitzelheizungen zur Wasseraufbereitung. Es ist zudem ratsam, den Durchfluss und die Temperatur des Wassers zu regulieren, um eine effiziente Verwendung der Energie zu gewährleisten.

Wasserkocher oder Herd – Was ist energiesparender?

Wer noch keine moderne Technik im Haus hat, muss sein Wasser – zumindest wenn es sich um Trinkwasser handelt – ganz klassisch auf dem Herd oder mithilfe eines Wasserkochers erhitzen. Doch welche Methode ist am Ende energiesparender? Wir klären auf.

Herd

Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie viel Energie benötigt wird, um Wasser auf dem Herd zu erhitzen, einschließlich Größe und Effizienz des Herdes sowie der Menge und Temperatur des Wassers.

Also Richtwert kann verwendet werden: Im Durchschnitt benötigt es etwa 0,1 kWh, um einen Liter Wasser von 20°C auf 100°C zu erhitzen. Dadurch lassen sich die Stromkosten recht gut errechnen. Es gibt allerdings viele Faktoren, welche die Energieeffizienz und damit den notwendigen Energieaufwand beeinflussen, zum Beispiel:

  • Die Größe und Art des Kochgeschirrs (z. B. ein schlecht isolierter Topf vs. ein hochwertiger, gut isolierter Topf)
  • Die Art der Energiequelle (z. B. Gas vs. Strom)
  • Die Art des Herds (z. B. Induktion vs. Elektroherd)
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Um Energie zu sparen, wenn Sie Wasser auf dem Herd erhitzen, sollten Sie die Größe des Kochgeschirrs an die Menge des Wassers anpassen, das Sie erhitzen möchten, und den Deckel des Kochgeschirrs verwenden, um die Wärme besser zu halten. Außerdem können Sie das Wasser auf eine niedrigere Stufe zurückdrehen, sobald es kocht, um weitere Energie zu sparen.

Wasserkocher

In Zeiten, in denen der Strom immer teurer wird, ist es sicherlich auch nützlich, den Stromverbrauch einzelner Haushaltgeräte zu durchleuchten und mögliche Stromfresser ausfindig zu machen.

Ein Wasserkocher hat meist eine Leistung von 1.500 bis 3.000 Watt. Der Energieverbrauch hängt zunächst entscheidend von der Füllmenge ab. Ein Wasserkocher mit einer Füllmenge von einem Liter und einer dementsprechenden Aufheizzeit von 2 bis 3 Minuten erzeugt einen Stromverbrauch von etwa 0,075 kWh, wie einschlägige Test gezeigt haben.

Meist hört sich der Energieverbrauch eines Wasserkochers zunächst etwas hoch an, wenn man bedenkt, mit welcher Leistung diese Geräte arbeiten. Im Vergleich zum Erhitzen des Wassers auf dem Herd fällt jedoch auf, dass der Stromverbrauch beim Wasserkocher etwa 25 % niedriger liegt. Rechnet man das Ganze über einen Zeitraum von beispielsweise einem Jahr, kann sich das ganz schön summieren.

Was bedeutet der Verbrauch in Euro?

Der durchschnittliche Preis für das Erhitzen von einem Liter Wasser durch einen Wasserkocher liegt bei rund 2,8 Cent. Ein Wasserkocher ist im Vergleich zum normalen Kochen auf der Herdplatte damit definitiv kostsparender, denn bei Letzterem liegt der Preis bei ca. 3,5 Cent.

Es muss allerdings dazu gesagt werden: Die hier angenommen Werte sind stark verallgemeinert. Es hängt natürlich vom Strompreis, von der Leistung und Effizienz des Wasserkochers und von vielen weiteren Faktoren ab, wie hoch der Preis letztendlich tatsächlich ausfällt.

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Tipp: Beim Kauf eines Wasserkochers sollten Sie möglichst nicht zum günstigsten Modell greifen, da gerade billige No-Name-Produkte meist einen deutlich höheren Verbrauch mit sich bringen.

Wie lassen sich große Wassermengen energiesparend erhitzen?

Um große Mengen Wasser energiesparend zu erhitzen, gibt es einige Ansätze. Allerdings handelt es sich dabei meist nicht um Trinkwasser, sondern um Brauchwasser. Eine Möglichkeit ist die Nutzung von Solarenergie, indem man Solar-Wärmeanlagen installiert, die das Wasser direkt oder über einen Warmwasserspeicher erhitzen.

Eine andere Option ist die Verwendung von Wärmepumpen, die Wärme aus der Umgebung gewinnen und zur Wasseraufbereitung nutzen. Es ist auch sinnvoll, das Wärmesystem gut zu isolieren, um Energieverluste zu minimieren und den Energiebedarf zu reduzieren.

Eine Kombination aus mehreren Technologien, wie Solarenergie und Wärmepumpen, kann ebenfalls effektiv sein. Zusätzlich kann die Verwendung von Regelungs- und Überwachungssystemen dazu beitragen, den Energieverbrauch zu optimieren und die Effizienz des Systems zu steigern.

Fazit

Unser Vergleich hat gezeigt: Wasser erhitzt man besser in einem Wasserkocher als im Topf auf dem Herd. Die Ersparnis mutet zunächst klein an, kann sich aber beträchtlich summieren. Noch besser ist es natürlich, das Ganze mit moderner Haustechnik zu kombinieren.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).