Altbauten nachhaltig & ökologisch sanieren

Ob bei diesem Altbau noch eine nachhaltige und ökologische Sanierung möglich ist? Foto: jyoast2000 via Twenty20
Ob bei diesem Altbau noch eine nachhaltige und ökologische Sanierung möglich ist? Foto: jyoast2000 via Twenty20

Auf der Suche nach ihrem Traum-Zuhause entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Altbau. Und dann heißt es, das Schätzen nachhaltig und ökologisch zu sanieren.

Nicht ohne Grund schwärmen viele Menschen für ältere Gemäuer. Hier wollen sie leben und gern auch arbeiten. Altbaucharme kann etwas sehr Schönes sein, und außerdem sind die Immobilien oft günstiger als ein Neubau. Ein vergleichsweise niedriger Kaufpreis bedeutet aber meist auch, dass die stolzen Eigentümer noch viel investieren müssen – Geld und häufig auch Zeit.

Eine wichtige Frage, die jeder wohl stellen wird: Wie sieht es überhaupt mit der Nachhaltigkeit bei solch alten Gebäuden aus? Wobei Nachhaltigkeit bei Immobilien aus zweiter oder dritter Hand viele unterschiedliche Aspekte haben kann. Letztlich geht es in den meisten Fällen darum, die Energiekosten zu senken und zugleich die Umwelt zu schonen. Meist ist eine Renovierung oder eine Sanierung eines Altbaus zwingend notwendig. Dieser Artikel zeigt, wie nachhaltig renovieren und sanieren funktioniert.

Was versteht man unter einer nachhaltigen Sanierung

Wenn die Maßnahmen, die bei der Sanierung getroffen werden, die Verringerung des Ressourcenverbrauchs eines Gebäudes zur Folge haben, spricht man – vereinfacht formuliert – von nachhaltigem Sanieren. Dabei muss das Gesamtbild betrachtet werden. Nachhaltiges Renovieren respektive Sanieren zielt darauf ab, den laufenden Ressourcen Verbrauch dauerhaft zu reduzieren. Zugleich sollten die Renovierung und Sanierung als solche nicht zu viele Ressourcen verbrauchen.

Ressourcen benötigt man bei nachhaltigem Sanieren und Renovieren beispielsweise für die Herstellung der Materialien, die man verwendet. Aber natürlich dürfen auch die für die Nutzung des Gebäudes benötigten Ressourcen nicht außer Acht gelassen werden. Zudem spielt der Einsatz von Naturbaustoffen eine große Rolle bei nachhaltigem Renovieren.

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Kriterien für eine nachhaltige Sanierung

Ob eine vorgenommene Sanierung nachhaltig ist oder nicht, lässt sich an verschiedenen Kriterien festmachen. So kann man einfach ermitteln, ob nachhaltiges Sanieren umgesetzt wird oder ob der ein oder andere Aspekt noch verbesserungswürdig ist.

Energetisch effizient

Ein wichtiges Kriterium, das man beachten sollte, wenn man nachhaltig sanieren möchte, ist die Energieeffizienz. Um diese bei einem Altbau zu optimieren, wird das Gebäude zunächst nach Baumängeln untersucht. Schimmel, feuchte oder morsche Stellen oder undichte Fenster müssen in diesem Zuge saniert werden. Wer im Zuge einer nachhaltigen Renovierung auf Energieeffizienz achtet, tut außerdem nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern auch für sich persönlich: Durch ein energieeffizientes Zuhause kann bares Geld gespart werden.

Passive Energiegewinne

Die passive Energiegewinnung ist in der heutigen Zeit ein großes Thema. Durch eine Photovoltaik-Anlage beispielsweise kann solare Energie gewonnen werden. Diese wird in Strom umgewandelt und in den Stromkreis des Hauses eingespeist. Nachhaltige Energie als passive Form der Energiegewinnung steht für nachhaltiges Sanieren. Auch wenn es nur eine Mini-PV-Anlage ist – solare Energie ist sinnvoll und wichtig.

Ökonomisch bauen

Ökonomie und Ökologie gehen oftmals Hand in Hand. Es geht darum, möglichst ressourcensparend zu sanieren – auch wenn womöglich große Korrekturen aufgrund von erheblichen Mängeln notwendig sind. Bei undichten Fenstern zum Beispiel lohnt es sich, die Dichtungen auszutauschen, anstatt alles neu zu machen. Das erfordert nicht viele Ressourcen, hilft aber langfristig dabei, Energie einzusparen. Ökonomisch bauen ist somit fast gleichzusetzen mit nachhaltig sanieren.

Wiederverwertung

Wer nachhaltig renovieren möchte, sollte sich ein Bild von dem Ist-Zustand des Altbaus machen. In manchen Fällen können Teile der Ressourcen wiederverwertet werden. Natürlich möchte man gerade dann, wenn man neu einzieht, auch neue Dinge haben. Doch wer wirklich nachhaltig sanieren will, sollte versuchen, möglichst viel der brauchbaren Materialien und Ressourcen zu verwerten.

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Naturbaustoffe im Altbau

Naturbaustoffe gelten nach wie vor als nachhaltig und tragen zudem zu einer gewissen Wohlfühlatmosphäre bei. So verhält es sich beispielsweise mit Holzböden. Ein schönes und hochwertiges Parkett ist nicht nur sehr angenehm, es lässt sich während seiner Lebenszeit auch mehrfach abschleifen und neu versiegeln. So bleibt der Bodenbelag wie neu, ohne dass neue Ressourcen aufgewendet werden müssen. Außerdem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff.

Wer nachhaltig sanieren möchte, sollte auf Holzböden setzen, die mehrere Jahrzehnte lang halten. Hierfür werden Bodenbeläge gewählt, die eine etwas dickere Nutzschicht haben. Für nachhaltiges Renovieren eignen sich am besten heimische Hölzer wie beispielsweise Eiche.

Wenn festgestellt wurde, dass die Dämmung des Altbaus nicht mehr den Anforderungen an Energieeffizienz entspricht, muss diese im Zuge des nachhaltigen Sanierens erneuert werden. Vor allem bei der Dachgeschossdämmung eignet sich der Naturstoff Zellulose.

Naturstoffe bei der Dämmung von Gebäuden werden immer beliebter. Diese sind nicht nur nachhaltig, sondern sind auch gesünder als manch anderer Baustoff, der womöglich in den 1930er- oder 1940er-Jahren verwendet wurde.

Nachhaltig sanieren – Fördermöglichkeiten

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. Viele, die sich einen Altbau gekauft haben und nun vor der Renovierung stehen, wissen gar nicht, dass es Fördermöglichkeiten für nachhaltiges Sanieren gibt. Daher lohnt es sich, sich für den individuellen Fall über die passende Förderung zu erkundigen. Denn eines steht fest: Nachhaltiges Renovieren wird gefördert.

Dadurch wird Eigentümern eine große finanzielle Last abgenommen, und sie können die Renovierung so vornehmen, wie es am besten für die Umwelt ist. Außerdem stärkt das die Motivation vieler, durch nachhaltiges Sanieren einen positiven Einfluss auf das Klima zu nehmen.

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Bei den verfügbaren Fördermitteln gibt es KfW-Darlehen, aber auch Fördergelder vom Staat. So setzt sich beispielsweise das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, welches auch BAFA genannt wird, für nachhaltiges Renovieren ein. Darüber hinaus gibt es mit Wohn-Riester weitere Fördermöglichkeiten.

Fazit

Nachhaltiges Sanieren ist wichtig, um einen positiven Einfluss auf das Klima und die Umwelt zu nehmen. Es gibt verschiedene Aspekte, die Eigentümer dabei beachten sollten, damit ihr neues Zuhause einerseits energieeffizienter wird, aber andererseits sowohl ökonomisch als auch nachhaltig renoviert werden kann. Dabei werden sie jedoch nicht allein gelassen: Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten für all diejenigen, die sich für nachhaltiges Sanieren entscheiden.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).