Nachhaltige Wandfarbe ohne Schadstoffe

Beim Renovieren wird zunehmend auf nachhaltige Wandfarbe geachtet. Foto ©amedeoemaja stock adobe
Beim Renovieren wird zunehmend auf nachhaltige Wandfarbe geachtet. Foto ©amedeoemaja stock adobe

Wir können viel für die Umwelt tun – auch daheim. Etwa indem wir beim Streichen nachhaltige Wandfarbe ohne Schadstoffe verwenden.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde – man möchte nachhaltigen Urlaub machen, nachhaltig shoppen muss auch drin sein und natürlich soll auch das Wohnen nachhaltig gestaltet sein.

Dabei ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ bis heute nicht abschließend und klar definiert worden. Selbst das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat sich die Mühe gemacht, eine eigene Definition für den Begriff Nachhaltigkeit auf den Weg zu bringen. Da ist von der Befriedigung der Bedürfnisse der Gegenwart unter Rücksichtnahme auf die Möglichkeiten der zukünftigen Generationen die Rede.

Nachhaltigkeit in privaten Haushalten

So weit geht die Definition des Begriffs Nachhaltigkeit in den meisten privaten Haushalten nicht. Umweltfreundlich und möglichst ohne gesundheitsschädige Schadstoffe reicht hier oftmals schon aus, um als nachhaltig durchzugehen. So ist es auch bei der Wandfarbe.

Nachhaltige Wandfarbe sollte auf Schadstoffe möglichst zur Gänze verzichten. Denn „normale“ Wandfarben aus dem Discounter oder aus dem Baumarkt bringen oft auch heute noch eine Menge Schadstoffe mit. Diese dünsten nach dem Streichen aus – können aber auch noch Monate und Jahre später die Gesundheit der Bewohner belasten.

Wir haben an dieser Stelle einmal genauer hingeschaut und die wichtigsten ökologischen Wandfarben am Markt hier kurz und knapp für Sie zusammengefasst.

Gut zu wissen – Auch Auftragsarbeiten können nachhaltig sein

Wenn Sie beispielsweise einen Maler in Berlin beauftragen möchten, um die Wände in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus zu streichen, können Sie diesem auch Ihre Wünsche in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben.

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Auch wenn die meisten Maler ihre Standardfarben verwenden, gehen diese natürlich auch gern auf Ihre persönlichen Bedürfnisse ein und verwenden auf Wunsch ausschließlich ökologische und nachhaltige Wandfarben.

Ökologische Wandfarben ohne Schadstoffe – Welche gibt es?

Es gibt Farben, die in weiten Teilen auf Schadstoffen verzichten oder in denen diese zumindest minimiert sind. Das sind unter anderem beispielsweise Farben, die mit dem Siegel des Blauen Engels versehen sind. Doch auch diese Farbe können noch immer Schadstoffe enthalten – wenn auch in stark reduzierter Menge.

Wer aber gänzlich auf solche Schadstoffe in seiner Farbe verzichten möchte, der muss auf weitgehend natürliche Farben zurückgreifen. Erfreulicherweise gibt es mehr Farben dieser Art am Markt als meinen auf den ersten Blick meinen mag. Die wichtigsten Öko-Wandfarben sind dabei die folgenden:

  • Lehmfarbe
  • Kalkfarbe
  • Kaseinfarbe
  • Silikatfarbe
  • Dispersionsfarbe

In der Folge stellen wir Ihnen die verschiedenen Farben einmal kurz vor:

Lehmfarbe – Ein Stück Natur in Ihrem Haus

Lehmfarbe hat eine positive Auswirkung auf das Raumklima. Die Malerfarbe ist komplett schadstofffrei und besteht aus Zutaten wie Pflanzenstärke, Tonmehl und natürlicher Zellulose. Auch pflanzliche Eiweiße sind hier enthalten. Die Farbe selbst gibt es in Pulverform zu kaufen. Das Ganze muss dann der Anleitung entsprechend angerührt werden. Zu den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Lehmfarbe gehört das sie:

  • atmungsaktiv,
  • geruchsabsorbierend
  • und feuchtigkeitsregulierend

wirkt. So beugt sie zusätzlich auch Schimmelbildung vor.

Kalkfarbe als Alternative zu herkömmlichen Farben

Kalkfarbe hat einen hohen pH-Wert und ist in ihrer Struktur sehr dispersionsoffen. Das bedeutet, dass sie der Wand die Möglichkeit gibt zu „atmen“. Damit ist sie ein noch besseres Hilfsmittel im Kampf gegen Schimmel als die Lehmfarbe.

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Kalkfarbe muss auf die Wand gespachtelt werden. Die mit Kalkfarbe behandelte Wand erhält dadurch eine besonders verdichtete Oberfläche. In Nassräumen wie beispielsweise dem Badezimmer kann Kalkfarbe so aufgebracht werden, dass selbst Wasser von der Oberfläche der Farbe abperlt.

Kaseinfarbe – Eiweiß für die Wände

Kasein ist ein Stoff, der aus Milcheiweiß gewonnen wird. Die Farbe aus dem Stoff ist wischfest und diffusionsoffen – also gut zu reinigen. Aber auch gut zur Vorbeugung von Schimmel. Das große Manko: Kasein wird aus klassischer industrieller Milchproduktion gewonnen. Die Kühe, deren Milcheiweiß hier verwendet wird, werden oft nicht nachhaltig gehalten.

Auch wenn also Kaseinfarbe als solche schadstofffrei ist und letztlich eine Farbe aus einem Naturprodukt, ist es schwer diese Farbe tatsächlich als nachhaltig einzustufen. Wenn Sie Kaseinfarbe nutzen möchten, ist es sehr wichtig bei der Mischung des Pulvers mit Wasser etwas Kalk beizufügen, um die Bakterien im Farbpulver direkt zu beseitigen.

Silikatfarbe – Mineralstoffe mal ganz anders

Auch schadstofffrei und diffusionsoffen ist die Silikatfarbe. Damit ist auch sie ein sehr gutes Mittel gegen Schimmelbefall an den Wänden. Silikatwandfarben sind mit einem Bindemittel versehen – dabei handelt es sich um Kaliwasserglas aus Quarzsand und Kaliumkarbonat. Das Naturprodukt ist damit zu 100 Prozent schadstofffrei.

Aber Vorsicht!

Es gibt einen Unterschied zwischen reinen Silikatfarben und Dispersionssilikatfarben. Zweitere finden sich häufig im Baumarkt und haben als zusätzliches Bindemittel Kunstharzdispersionen beigemischt. Dadurch können wiederum Stoffe ausgedünstet werden die gesundheitsschädigend sein können.

Dispersionsfarbe – Farbe ohne Lösungsmittel

Dispersionsfarbe kann nachhaltig gestaltet sein, wenn sie auf Wasserbasis hergestellt wurde. Dabei besteht diese Farbe aus einem Gemisch aus:

  • Bindemitteln
  • Lösungsmitteln
  • Konservierungsmitteln
  • Farbpigmente
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Nicht wenige Hersteller haben allerdings in den letzten Jahren bei der Produktion auf Konservierungs- und Lösungsmittel verzichtet. Ein Umstand, der die entsprechenden Dispersionsfarben deutlich nachhaltiger gemacht haben.

Ökologische Wandfarben verarbeiten – Was gibt es zu beachten?

Es ist oft gar nicht so leicht, eine ökologische Wandfarbe zu verarbeiten. Da hier keine Füllstoffe und Verlaufsmittel enthalten sind, „klebt“ die Farbe nicht so an der Wand wie herkömmliche Wandfarben. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, eine passende Grundierung aufzutragen bevor Sie mit dem Streichen beginnen. So kann die Farbe besser am Untergrund haften.

Fazit

Nachhaltige Wandfarbe zu verwenden ist durchaus möglich. Die Verarbeitung ist etwas schwerer als bei herkömmlicher Farbe – dafür tun Sie mit einer nachhaltigen Wandfarbe auch etwas für Ihre Gesundheit, fürs Raumklima und für die Umwelt an sich.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).