Badreiniger selbst herstellen

Badreiniger selbst herzustellen ist gut für die Umwelt und die Gesundheit Foto: © Pixel-Shot / stock adobe

Badreiniger selbst herstellen: Dieser Trend ist gut für die Umwelt und die Gesundheit – vorausgesetzt, es werden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Zudem sollten Sie als Hersteller wissen, welche Schäden eine falsche Anwendung für Geräte, das Badinventar und für Sie selbst haben kann. Machen Sie bei der Herstellung alles richtig, erhalten Sie einen effektiven und nachhaltigen Badreiniger.

Warum Badreiniger selbst herstellen?

Mehr als 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel kaufen die deutschen Haushalte im Jahr (Stand 2024). Diese enthalten – abhängig vom Produkt – mehr oder weniger schädliche Chemikalien, die ins Abwasser gelangen. Jedoch können viele von ihnen nicht vollständig in der Kläranlage abgebaut werden.

Die schwer abbaubaren Reinigungsmittel gelangen ins Grundwasser, auf Felder oder in die Flüsse, Seen und Meere. Einige der Inhaltsstoffe schaden den Wasserorganismen, berichtet der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU). Dieser setzt sich für den Schutz der Natur und Biodiversität ein.

Im Badezimmer benutzen die Menschen besonders starke Reiniger, um etwa Verstopfungen in der Toilette zu beseitigen. Zum Desinfizieren und zur Schimmelentfernung greifen die Deutschen vielfach zur Chlorbleiche. Diese ist gefährlich, weil sie die Atemwege reizt, Hautschäden verursacht und weil bei Vermischung mit säurehaltigen Reinigern giftige und potenziell tödliche Chlorgase entstehen.

In Badreinigern vorhandene Phosphate belasten die Umwelt und die Gewässer. Sie werden zur Enthärtung und zur Reinigungsverstärkung verwendet. Glycolether wird als Lösungsmittel eingesetzt. Bei dessen Verwendung riskieren Sie Organschäden und Schäden bei der Fortpflanzung.

Badreiniger, die Formaldehyd als Konservierungsmittel enthalten, lösen Allergien aus und sind krebserregend. Zudem sind Nonylphenole in Badreinigern enthalten. Diese sollen als Tenside die Reinigungsfähigkeit verstärken und die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen. Jedoch bergen diese ein hohes Risiko, denn sie beeinträchtigen die Fortpflanzungsfähigkeit und die Embryonalentwicklung. Zudem wirken sie sich negativ auf die Schilddrüsenfunktion aus und stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

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Stellen Sie dagegen den Badreiniger selbst her, können Sie dafür vollkommen ungiftige Substanzen verwenden. Diese belasten weder die Umwelt noch Ihre Gesundheit.

Vorteile von selbst gemachten Badreinigern

Selbst gemachte Badreiniger sind umweltfreundlich, wenn Sie natürliche, biologisch abbaubare Zutaten dazu verwenden. Zu den effektiven Mitteln gehören Natron, Zitronensäure, Essig und Backpulver. Ein weiterer Vorteil: All diese Zutaten haben Sie vermutlich zu Hause, sodass Sie sofort mit der Herstellung des Badreinigers beginnen können. Sind die Zutaten aus, können Sie diese im Supermarkt oder online für wenig Geld nachkaufen. Doch Geld ist nicht das Einzige, was Sie sparen. Auch der Plastikmüll verringert sich. Für Ihren selbstgemachten Badreiniger verwenden Sie die vorhandenen leeren Putzmittelflaschen.

Grundrezept für einen einfachen Badreiniger

Für einen einfachen Badreiniger brauchen Sie einen halben Liter lauwarmes Wasser. Darin lösen Sie zwei bis drei Esslöffel Zitronensäure-Pulver auf und geben einen Spritzer Spülmittel gegen Schmutz und Seifenreste hinzu. Den Badreiniger füllen Sie anschließend in eine Sprühflasche. Damit befreien Sie die Oberflächen im Bad von Kalk. Bei starken Kalkflecken lassen Sie das Mittel einige Minuten einwirken.

Statt der Zitronensäure können Sie Essig verwenden. Jedoch ist die Zitronensäure geruchsneutraler und sanfter zu den Materialien. Verwenden Sie Essig oder Essigessenz, bemerken Sie den bissigen Geruch. Dieser kommt von den flüchtigen Säuren, die Ihre Atemwege angreifen. Verwenden Sie eine Maske und auch immer Handschuhe und eine Schutzbrille, wenn Sie Essig als Reinigungsmittel verwenden. Vergessen Sie dabei das Lüften nicht.

Wichtig: Behandeln Sie Natursteine wie Granit oder Marmor niemals mit Essigsäure, denn mit dieser lösen Sie den im Stein vorhandenen Kalk. Zudem zieht Essig den Weichmacher aus dem Silikon und Sie müssen das spröde gewordene Silikon entfernen. Ersetzen Sie stattdessen den Essig durch Zitronensäure. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie diese nicht zum Reinigen von Marmor, Emaille oder Aluminium verwenden.

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Badreiniger gegen Kalkablagerungen

Gegen Kalkablagerungen helfen selbst gemachte Badreiniger aus Zitronensaft oder Essig und Spülmittel. Ersatzweise taugt auch Handseife. Diese Mischung schütteln – und fertig ist der Badreiniger gegen Kalkflecken. Das Spülmittel ist dazu da, die Oberflächenspannung zu brechen. Dadurch bleibt der Reiniger auf glatten Flächen haften, wenn Sie diese mit dem selbst hergestellten Mittel besprühen. Jedoch sollten Sie den Reiniger eine Viertelstunde einwirken lassen, bevor Sie mit klarem kaltem Wasser nachspülen. Damit der Reiniger nicht verdirbt, können Sie ihn mit zwei Esslöffeln Bio-Spiritus haltbar machen.

Badreiniger gegen Seifenreste und Schmutz

Einen nachhaltigen Badreiniger gegen Seifenreste und Schmutz stellen Sie mit nur zwei Zutaten her: einigen Teelöffeln Backpulver und etwas Wasser. Diese verrühren sie zu einer Paste und geben diese auf ein feuchtes Tuch, um die Badewanne und das Waschbecken zu reinigen. Nutzen Sie dazu alte, ausrangierte Kleidung, Waschlappen oder Handtücher. Um die Fugen zu reinigen, empfiehlt es sich, die Paste mit einer Zahnbürste aufzutragen. Nach dem Schrubben einfach mit Wasser nachspülen und Fliesen, Wanne und Waschbecken trockenreiben. Dazu eignen sich Leder, dicke Handtücher oder alte Geschirrtücher.

Natürliche Desinfektion im Badezimmer

Stellen Sie einen Badreiniger mit Essig, Zitronensäure oder Zitronensaft her, brauchen Sie sich um die Desinfektion nicht zu sorgen. Diese natürlichen Hausmittel wirken alle desinfizierend. Alternativ können Sie einige Tropfen Teebaumöl in eine Flasche mit Wasser geben und die Badoberflächen damit besprühen.

Häufige Fehler beim Herstellen von Badreinigern

Beim Herstellen von Badreinigern können Ihnen Fehler unterlaufen. Der gefährlichste ist die Mischung von chlorhaltigen Reinigern mit der Säure.

Ein weiterer Fehler ist, Essigessenz zu hoch zu dosieren. Damit machen sie Gummidichtungen in der Dusche oder an Badewannen porös. Auch bei der Verwendung von Zitronensäure können Sie etwas falsch machen. Zitronensäure darf niemals in heißem Wasser aufgelöst werden. Schütten Sie die heiße Mischung in die Toilette oder in Abflüsse, setzt sich Calciumcitrat ab und verstopft die Rohre. Dieses lässt sich nicht mehr lösen. Auch in elektrischen Geräten wie Wasserkochern sollten Sie die Lösung nicht aufkochen, denn auch in diesen richtet das Calciumcitrat große Schäden an. Das Aufkochen ist auch nicht nötig, denn selbst mit kaltem Wasser und Zitronensäure verschwindet der Kalk in wenigen Minuten. Erhitzen Sie das mit Zitronensäure angereicherte Wasser niemals über vierzig Grad.

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Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).