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Lebensmittelverschwendung in Deutschland – Das können Sie dagegen tun!

Immer mehr Menschen achten auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Dazu gehört nicht nur das saisonale und regionale Einkaufen, sondern auch das Thema Lebensmittelverschwendung.
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Wussten Sie, dass auf der gesamten Welt innerhalb eines Jahres etwa 1,3 Milliarden Tonnen Essen im Müll landen? In Deutschland sind es rund 15 Millionen Tonnen jährlich. Diese Zahlen sind erschreckend – vor allem weil unzählige Menschen rund um den Globus verhungern.

Warum werden so viele Lebensmittel weggeworfen?

Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten

Laut Studien ist ein wichtigster Grund dafür, dass Verbraucher so viele Lebensmittel wegwerfen, das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums. Selbstverständlich müssen auch Supermärkte sowie Gastronomiebetriebe Lebensmittel, die laut Datum überfällig sind, entsorgen. Etwa 58 % der Produkte werden aus genau diesem Grund weggeworfen.

Wer sich bereits mit dem Thema Mindesthaltbarkeitsdatum auseinandergesetzt hat weiß, dass dieses Datum nur eine Richtlinie für den Verbraucher ist. Ab diesem Zeitpunkt garantiert der Hersteller nicht mehr, dass das Lebensmittel eine bestimmte Konsistenz, Farbe oder seinen Geschmack beibehält. Vorsicht ist allerdings bei Fleisch geboten: Hier ist das Datum nicht ein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern das Verfallsdatum. Das bedeutet, dass das Produkt innerhalb dieses Tages gegessen werden muss.

Zu viel eingekauft

Wer kennt es nicht? Geplant ist eine Party oder ein Fest. Der Gastgeber oder die Gastgeberin kauft zig verschiedene Sachen ein. Während des Einkaufens tut man sich schwer, die sinnvolle Menge von Lebensmitteln einzuschätzen. In diesen Momenten tendieren gute GastgeberInnen eher mehr als zu wenig zu kaufen. In der Folge landen zig Tonnen Lebensmittel im Müll – sie werden nicht verzehrt und häufig zu schnell schlecht.

Dieses Problem ist vor allem in diesen Ländern verbreitet, in denen die Menschen im Überfluss leben. Die vollen Supermarktregale animieren zu einem erhöhten Konsumverhalten.

Restaurant: zu viel essen bestellt

Ein Restaurantbesuch geht meistens mit einem Bärenhunger einher. Wir Menschen tendieren oft zu größeren Portionen. Die nicht selten großen Essensreste muss das Restaurantpersonal danach entsorgen. Sinnvolle Alternative: Sie nehmen übrig gebliebene Speisen in Ihren mitgebrachten Behältern mit nach Hause.

Wie kann das Problem der Lebensmittelverschwendung auch in Deutschland gelöst werden?

Aufklärung

Einer der wichtigsten Punkte in diesem Zusammenhang ist die Aufklärung. Nur sobald Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, wie viele Tonnen Lebensmittel im Müll landen, werden sie mitdenken und ihr Verhalten – hoffentlich – ändern. Daneben sollten Kinder bereits im frühen Alter angeleitet werden – hier ist nämlich großes Potenzial, das Problem von vornherein zu vermeiden. Doch auch Erwachsene haben große Macht, bewusster einzukaufen und Lebensmittel mehr zu schätzen.

Wichtig: Lebensmittelverschwendung geht uns alle an: Landwirte, Supermärkte und Endverbraucher. Nur wenn wir gemeinsam etwas dagegen tun, werden wir auch in Deutschland Lebensmittelverschwendung begrenzen können. Auch Lebensmittel, die weggeworfen werden, brauchen viele Rohstoffe wie Wasser, Energie und andere.

Geringere Anforderungen an die Optik der Lebensmittel stellen

Viele Verbraucher wollen optisch „perfekte“ Lebensmittel. Eine Gurke darf nicht krumm sein, und eine Banane darf keine braunen Flecken haben. Durch diese immensen Ansprüche müssen viele Bauern bereits bei der Ernte zig Tonnen Lebensmittel entsorgen. Diese Produkte können sie nämlich nicht an die Supermärkte liefern. Nur wenn wir Menschen umdenken und uns in den Supermärkten auch Äpfel kaufen, die eine Macke haben, oder eine Gurke, die nicht gerade ist, können wir die Verschwendung von Lebensmitteln Schritt für Schritt begrenzen.

Sind die Ansprüche gesunken, dann müssen Landwirte weniger Obst und Gemüse wegwerfen. Der nächste Schritt vollzieht sich im Handel: Supermärkte entsorgen selbstredend auch diverse Produkte, die von der Optik her nicht mehr perfekt sind. Hier können Sie als Verbraucher eingreifen – kaufen Sie Bananen, die braune Flecken haben. Entscheiden Sie sich für Möhren, die bereits ein bisschen schrumpelig sind. Oder kaufen Sie gezielt die Birne, die bereits eine Macke hat.

Lebensmittel kaufen, die nahe am Haltbarkeitsdatum sind

Wer ein Jogurt kaufen und es bald essen möchte, kann sich für eben jenen Becher entscheiden, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum kurz bevor steht. So sinkt die Wahrscheinlichkeit drastisch, dass der Supermarkt den Jogurt wegwerfen muss. Das funktioniert aber nur, wenn Sie als Verbraucher das Lebensmittel innerhalb weniger Tage verzehren.

Bewusst einkaufen

Der Verbraucher hat entscheidenden Einfluss darauf, wie viele Lebensmittel weggeworfen und somit verschwendet werden. Jeder sollte sich seiner Verantwortung und auch seiner Konsumentenmacht bewusst werden.

Diese Tipps helfen:

  • Gehen Sie nicht mit leerem Magen einkaufen. Dann kaufen Sie tendenziell mehr bzw. zu viel.
  • Machen Sie eine Einkaufsliste nur mit Dingen, die Sie tatsächlich brauchen. Im Geschäft kaufen Sie dann nur diese Lebensmittel ein.
  • Bei Partys oder Feiern sollten Sie gut abwägen, was Sie tatsächlich brauchen. Es kann sinnvoll sein, sich für Essen zu entscheiden, das länger haltbar ist. So kann man es auch nach einigen Tagen noch verzehren. Beim Kuchen zum Beispiel ist eine Variante ohne Milchprodukte und ohne Eier besser – dieser hält sich bei guter Lagerung länger.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass wir alle unsere Lebensmittel wieder mehr wertschätzen. Wer den Weg vom Ursprung bis zum fertigen Produkt nie zurückverfolgt tut sich schwer, die Mühe und den Aufwand einzuschätzen. So könnte der Einkauf beim Bauern vor Ort helfen, ein besseres Bild von der Arbeit, die dahintersteckt, zu bekommen.

Richtige Lagerung von Lebensmitteln

Ein nächster wichtiger Punkt ist die richtige Lagerung der Lebensmittel. Wer Obst und Gemüse bei hohen Temperaturen nicht im Kühlschrank lagert, muss es schneller verzehren. Wichtig: Bestimmte Obstsorten wie Orangen, Ananas, Kiwi und Mango gehören nicht in den Kühlschrank. Alte und schrumpelige Äpfel oder Birnen können Sie einkochen. Auch anderes Obst, das im Sommer und Herbst zur Genüge geerntet wurde, kann zu Kompott, Marmelade oder Kuchen verarbeitet werden.

Im Kühlschrank sollten Sie darauf achten, dass das Fleisch ganz unten in das Fach kommt, während die Milchprodukte und Eier weiter oben gelagert werden können.

Fazit!

Die Lebensmittelverschwendung geht uns alle – auch in Deutschland – etwas an. So sollte jeder auf einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln achten. Kaufen Sie nur das ein, was Sie wirklich brauchen. Obst und Gemüse, das nicht perfekt aussieht, können Sie dennoch verzehren. Und auch Produkte über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus sind noch genießbar.



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