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Checkliste nachhaltige Geldanlagen – Darauf müssen Sie achten

Nicht erst seit der Niedrigzinsphase zählen nachhaltige Geldanlagen zu den Trends am Kapitalmarkt. Immer mehr Anleger legen großen Wert darauf, dass sie mit ihrer Investition nicht nur eine gute Rendite erzielen, sondern auch etwas zum Umweltschutz beitragen.
Inhalt

Im folgenden Beitrag möchten wir daher näher darauf eingehen, welche Ziele Anleger heutzutage haben, was nachhaltige Geldanlagen eigentlich sind und warum nachhaltige Unternehmen vermehrt erfolgreich am Markt auftreten. Zudem erfahren Sie, auf welche Art und Weise Sie nachhaltig investieren können.

Welche Ziele haben Anleger heute bei der Kapitalanlage?

Bevor wir näher auf das Thema nachhaltig anlegen eingehen, möchten wir gern noch einmal in Erinnerung rufen, welche Eigenschaften Anlegern heutzutage bei einer Kapitalanlage wichtig sind. Die meisten Investoren haben bei der Kapitalanlage eines oder mehrere der folgenden Ziele:

  • Gute Rendite
  • Hohe Sicherheit
  • Liquidität
  • Flexibilität
  • Nachhaltigkeit

Die häufigsten Anlageziele bilden das sogenannte magische Dreieck der Vermögensanlage. Dies besteht aus der Rentabilität, der Sicherheit und der Liquidität. Das magische Dreieck zeigt allerdings auch ein Problem nahezu aller Kapitalanlagen auf. Dieses besteht darin, dass sich mindestens zwei der drei Anlageziele schwer bis nicht zu vereinbaren gegenüberstehen. Was bedeutet das?

Nehmen wir einmal an, Sie möchten gern eine Anlage mit hoher Sicherheit und schneller Liquidität haben. Solche Anlageprodukte werden Sie zwar finden. Allerdings zeichnen sich diese in negativer Weise dadurch aus, dass Ihr Kapital in aller Regel nicht rentabel angelegt wird. Ein anderer Zielkonflikt besteht zwischen hoher Rentabilität nebst schneller Verfügbarkeit und der Sicherheit. Ist die Kapitalanlage besonders rentabel und schnell verfügbar, weißt sie in aller Regel eine geringe Sicherheit auf.

Die Nachhaltigkeit hingegen ist ein besonderes Ziel der Kapitalanlage. Sie steht nicht in einem Zielkonflikt, denn sogenannte nachhaltige Geldanlagen können sowohl sicher und rentabel sein als auch eine gute Liquidität aufweisen.

Was ist eine nachhaltige Geldanlage?

Den Begriff nachhaltige Geldanlage oder auch „grünes Investment“ haben Sie vermutlich schon einmal gehört. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter einem nachhaltigen Investment? Nachhaltiges Investieren lässt sich so definieren, dass Anleger ihr Geld gezielt dorthin fließen lassen, wo mit dem Kapital insbesondere ökologisch und ethisch sinnvoll sowie nachhaltig gearbeitet wird. Oftmals müssen die entsprechenden Unternehmen, in die das Geld fließt, bestimmte Kriterien erfüllen. Diese Kriterien beziehen sich zum Beispiel auf die folgenden Punkte:

  • Produktionsbedingungen
  • Wertorientiertes Management
  • Umweltaspekte
  • Klimaschutz

Eine Definition der Nachhaltigkeit sieht so aus, dass gegenwärtige Bedürfnisse befriedigt werden, ohne dabei das Risiko einzugehen, dass sich dies negativ auf die mögliche Befriedigung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen auswirkt. Nachhaltigkeit steht also praktisch unter dem Slogan: „Heute schon an Morgen denken“.

Bei nachhaltigen Geldanlagen wird demnach zum Beispiel nicht in Unternehmen investiert, die im Bereich Atomenergie, Gentechnik, fossile Brennstoffe oder Chlorchemie beheimatet sind. Entgegen einer durchaus weit verbreiteten Meinung stehen sich gute Renditen und Nachhaltigkeit keineswegs als Zielkonflikt gegenüber. Dies ist unter anderem damit zu begründen, dass nachhaltige Unternehmen mittlerweile relativ erfolgreich am Markt tätig sind.

Weshalb sind nachhaltig arbeitende Unternehmen erfolgreich?

Nachhaltig tätige Unternehmen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie langfristige (nachhaltige) Ziele verfolgen. Dies wiederum führt zu einigen Vorteilen, weshalb nachhaltig orientierte Unternehmen aktuell oft stabil am Markt vertreten sind. Zu den Vorteilen zählen unter anderem:

  • Hohe Innovationsfähigkeit
  • Zufriedene und daher engagierte Mitarbeiter
  • Ökonomische Vorteile
  • Positive Perspektiven am Markt

Interessant sind vor allem die ökonomischen Vorteile, denn oft gibt es das Vorurteil, dass nachhaltig orientierte Unternehmen nicht besonders wirtschaftlich wären. Wer allerdings umweltschonend und effizient mit den vorhandenen Ressourcen umgeht, der spart letztendlich Kosten. Einen nicht zu unterschätzender Vorteil stellen zufriedene und damit überdurchschnittlich engagierte Mitarbeiter dar. Aufgrund der nachhaltigen Strategie können sich Mitarbeiter häufig noch mehr mit ihrem Arbeitgeber identifizieren. Es wird somit eine längerfristige Bindung an eine Firma erreicht. Diese und andere Vorteile führen dazu, dass nachhaltig arbeitende Unternehmen erfolgreich und daher auch für Anleger interessant sind.

In welche Sparten können Anleger nachhaltig investieren?

Sogenannte grüne Geldanlagen betreffen bestimmte Branchen und Wirtschaftsbereiche. Mittlerweile haben Anleger eine relativ große Auswahl an Themen, die in Verbindung mit Nachhaltigkeit stehen. Häufig stehen Umweltschutz, Klimaschutz und sozial sowie ethisch vertretbares Handeln im Vordergrund des jeweiligen Geschäfts. Zu den Sparten, die typische Vertreter der Nachhaltigkeit sind, zählen insbesondere:

  • Erneuerbare Energien
  • Bio-Branche
  • Elektromobilität
  • Gesundheit und Pflege
  • Grüne StartUps
  • Nachhaltige Gebäude
  • Wasserkraftwerke
  • Wald- und Forstwirtschaft (nachhaltiger Anbau)

Unter einer nachhaltigen Geldanlage wird demnach zum Beispiel verstanden, dass Sie als Anleger Kapital in erneuerbare Energien oder Unternehmen investieren, die im Bereich Elektromobilität aktiv sind. Sie beteiligen sich damit direkt oder indirekt an Firmen, die zum Beispiel einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten oder den Ausbau der regenerativen Energien mitgestalten möchten.

Welche Anlageformen kommen für ein nachhaltiges Investment infrage?

Es gibt am Finanzmarkt inzwischen eine Reihe von Anlageformen, die grundsätzlich für nachhaltiges Investieren infrage kommen. Eine Möglichkeit des nachhaltigen Investments besteht darin, sich eine spezielle Bank zu suchen, bei der ausschließlich nachhaltige Anlageformen im Angebot sind. Möchten Sie sich hingegen nicht auf einen einzelnen Anbieter, beispielsweise eine Bank, festlegen, finden Sie auch selbst eine Reihe von möglichen alternativen Geldanlagen.

Im Überblick sind es insbesondere die folgenden Anlageformen, die für ein grünes Investment und eine nachhaltige Kapitalanlage geeignet sind:

Die Gemeinsamkeit dieser Anlageformen besteht darin, dass Sie direkt oder indirekt in Firmen investieren, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben haben. Die entsprechenden Unternehmen suchen entweder durch Ausgabe von Anleihen oder Aktien entsprechende Investoren und Kapitalgeber. Etwas indirekter ist die Anlage bei sogenannten Nachhaltigkeitsfonds, aber auch dort fließt das Kapital letztendlich nur in Unternehmen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Sogenannte Umweltaktien sind zum Beispiel Wertpapiere, die von Aktiengesellschaften ausgegeben werden, die nach Nachhaltigkeits-Prinzipien arbeiten. Bei den grünen Anleihen gibt es in der Regel eine Einteilung in zwei Gruppen – nämlich zum einen in Unternehmensanleihen und zum anderen in Projektanleihen. In beiden Fällen stellt der Anleger dem entsprechen Unternehmen Kapital zur Verfügung. Bei Unternehmensanleihen dient dies in der Regel generell zum Fortsetzen der geschäftlichen Tätigkeit. Über Projektanleihen hingegen werden in der Regel einzelne Projekte aus dem Bereich Umwelt, Klimaschutz und erneuerbare Energien finanziert, beispielsweise der Bau eines Wasserkraftwerkes.

Besonders interessant ist die Anlage in Nachhaltigkeitsfonds. Diese Fonds gibt es in zwei Varianten, nämlich zum einen als geschlossene und zum anderen als offene Fonds. Die geschlossenen Fonds sind eher für vermögende Privatanleger geeignet, die zudem ein gewisses Risiko nicht scheuen. Über solche Fonds werden beispielsweise der Bau und Betrieb von Windkraftanlagen, Solarparks oder sonstige nachhaltige Projekte finanziert.

Nachhaltigkeitsfonds besonders interessant: Aktienfonds mit Vorteilen

Neben den erwähnten geschlossenen Fonds ist die Mehrzahl aller sogenannten Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds in die Gruppe der offenen Investmentfonds einzuordnen. Das bedeutet, dass Anleger schon mit wenig Kapital investieren können und durch den jederzeitigen Verkauf der Fondsanteile über hohe Liquidität verfügen. Dass sich Nachhaltigkeitsfonds in Deutschland einer deutlich wachsenden Beliebtheit erfreuen, untermauern auch die Zahlen des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Nach einer Statistik stieg zum Beispiel das verwaltete Vermögen der Nachhaltigkeitsfonds hierzulande von 2017 bis 2018, also nur innerhalb eines Jahres, von gut 30 auf knapp 45 Milliarden Euro an. Damit handelte es sich um den größten Zuwachs, seitdem diese Statistik überhaupt erhoben wird. Die meisten nachhaltigen Fonds wählen ihre Investments, also in erster Linie Unternehmen, nach den sogenannten ESG-Kriterien aus. ESG ist in dem Zusammenhang die Abkürzung für:

  • Environmental (Umwelt)
  • Social (Soziales)
  • Governance (gute Unternehmensführung)

Beim Kriterium Environmental wird beispielsweise analysiert, wie es in den entsprechenden Unternehmen mit dem Verbrauch von Energie, Wasser und im Bereich möglicher Umweltverschmutzung bestellt ist. Das Überprüfung der Einhaltung von Menschenrechten und vor allem die Arbeitsbedingungen, gleichermaßen aber auch ob ein Management innovativ ist, wird in der Rubrik Social analysiert. Das Kriterium Governance beinhaltet, dass die Aktivitäten der Geschäftsführung näher überprüft werden.

Nachhaltig, rentabel und mit Risikostreuung investieren

Ein großer Vorteil der Nachhaltigkeitsfonds, insbesondere in Form von Aktienfonds, ist die Risikostreuung. Über den Fonds investieren Sie indirekt oftmals in fünfzig, sechzig oder noch mehr verschiedene Unternehmen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben. So erreichen Sie eine gute Diversifizierung, die nach Meinung der meisten Experten zu einer optimalen Kapitalanlage einfach mit dazu gehört. Darüber hinaus zeichnen sich vor allem Aktienfonds als Nachhaltigkeitsfonds durch eine im Durchschnitt sehr gute Rendite aus. Diese beträgt nicht selten jährlich zwischen 7 und 9 %.

Im Überblick profitieren Sie als Anleger und übrigens ebenfalls als Sparer, denn zahlreiche nachhaltige Fonds können im Rahmen eines Fondssparplans genutzt werden, von den folgenden Vorteilen:

  • Automatische Risikostreuung (Diversifikation)
  • Gute durchschnittliche Rendite
  • Nachhaltigkeit
  • Hohe Liquidität
  • Hohe Transparenz

Fazit zur nachhaltigen Geldanlage: mit gutem Gewissen renditestark investieren

Galten nachhaltige Geldanlagen noch vor einigen Jahren als Nischenangebot, so nutzen heutzutage immer mehr Anleger die Chance, mit einem guten Gewissen, umweltbewusst und dennoch renditestark zu investieren. Am Markt gibt es mittlerweile eine Reihe nachhaltiger Investments wie Umweltaktien, grüne Anleihen und Nachhaltigkeitsfonds.

Die Nachhaltigkeitsfonds sind besonders interessant, da sie zum einen oft nach ESG-Kriterien ihre Investments auswählen und der Anleger zum anderen von diversen Vorteilen profitiert – beispielsweise Risikostreuung und Transparenz. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich der Trend nachhaltige und grüne Geldanlagen in den nächsten Jahren und vielleicht sogar Jahrzehnten weiter verstärken wird.



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