Altmetall recyceln – Ablauf und Preise

Altmetall zu recyceln ist ein nachhaltiges Modell der Kreislaufwirtschaft. Foto: © Kitta Studio / stock adobe

Altmetall zu recyceln ist ein nachhaltiges Modell der Kreislaufwirtschaft. Es schützt wertvolle Ressourcen und die Umwelt. Zudem lohnt sich der Verkauf von Altmetall, denn Sie erhalten dafür von den Schrotthändlern Geld. Diese verkaufen das Altmetall an Recyclingfirmen und schaffen damit die Grundlagen dafür, dass aus Schrott neue Produkte entstehen. Lesen Sie hier, wie das Recycling von Altmetall abläuft und welche Preise Sie beim Verkauf an den Schrotthändler erzielen können.

Was zählt als Altmetall?

Altmetall bezeichnet alle Gegenstände, die in der Industrie und im Haushalt anfallen und zu mindestens neunzig Prozent aus Metall bestehen.

Dazu zählen magnetische Alteisen wie Stahlfelgen und Werkzeuge sowie Profileisen, Träger und Schlüssel. Ebenfalls dazugehören Metallstäbe, Fässer, Bleche und Eisenbeschläge sowie eisenhaltige Töpfe und Pfannen und Besteck. Sind Sie sich nicht sicher, hilft der Magnettest weiter.

Ebenfalls zum Altmetall gehören (Halb-)Edelmetalle wie Kupfer, Bronze, Silber und Gold (Buntmetalle) sowie Graumetalle wie Aluminium, Blei, Zink und Zinn.

Beim Recycling von Metallen (Sekundärmetallen) haben Stahl und Aluminium den größten Anteil. Werden diese richtig getrennt, sind die Qualitätsverluste so gering, dass sie beliebig oft wiederverwendet werden können. Das Recycling wirkt sich positiv auf die Umwelt aus, denn das Verfahren benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die nötig wäre, um die gleiche Menge Rohmaterialien (Primärmetalle) herzustellen. Machen Sie sich bewusst, dass durch die Verwertung einer Tonne Stahl- und Eisenschrott der Abbau von 1,4 Tonnen Eisenerz und 0,8 Tonnen Kohle entfällt. Zudem werden 1,67 Tonnen weniger Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Der Energiebedarf ist um 72 Prozent niedriger.

Beim Aluminium-Recycling ist das Einsparen von 85 Prozent Kohlendioxid möglich. Zudem benötigt der Prozess im Vergleich zur Herstellung des Primärmetalls nur fünf Prozent der Energie. Das Recycling von Kupfer spart im Vergleich zur Herstellung des Primärmetalls 62 Prozent Kohlendioxid und 80 Prozent Energie ein.

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Altmetall recyceln: Der Ablauf Schritt für Schritt

Das Recycling von Altmetall setzt voraus, dass der Metallschrott zunächst gesammelt und sortenrein getrennt wird. Beim Trennen helfen Magnete und Laser. Röntgenstrahlen ermöglichen es, unterschiedliche Metalllegierungen zu erkennen und vom übrigen Metallschrott zu trennen.

Im nächsten Schritt entstehen durch Pressen aus den sortierten Altmetallen transportfähige Würfel. Durch die Verdichtung ist es weniger kostenintensiv und einfacher, den Schrott zu Stahlwerken zu bringen, in denen daraus wiederverwertbares Metall entsteht.

In den Stahlwerken werden die Metallwürfel zerkleinert und die Metalle in Hochöfen eingeschmolzen. Ist das Metall flüssig, wird es in Formen gegossen, sodass nach dem Erkalten neue Produkte entstehen. Eventuell beigefügte Stoffe beeinflussen deren Eigenschaften.

Bei der Weiterverarbeitung fallen Schlacken an, die im Deich- und Straßenbau verwendet werden.

Welche Preise gibt es für Altmetall?

Sammelt sich auch in Ihrem Keller Altmetall, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Haushaltskasse ein wenig aufzubessern. Dazu schicken oder bringen Sie den Metallschrott zu einem Schrotthändler. Dieser zahlt Ihnen geringe Preise, deren Höhe von der Qualität (Sortenreinheit), dem Standort, der Menge und dem Tagespreis abhängt.

Kupfer bringt Ihnen etwa neun bis zehn Euro pro Kilogramm ein, Aluminium 1,3 bis 1,9 Euro. Für ein Kilogramm Messing können Sie fünf bis sechs Euro pro Kilogramm erwarten. Für Edelstahl liegen die Preise zwischen 0,7 und 1,4 Euro, für Zink zwischen 1,5 und 1,7 Euro pro Kilogramm. Am wenigsten Geld erhalten Sie mit 0,1 bis 0,17 Euro pro Kilogramm für Mischschrott.

Wie kann man den Erlös für Altmetall erhöhen?

Um einen maximal hohen Erlös für Ihr Altmetall zu erzielen, empfiehlt es sich, dieses vor Abgabe von allen Anhaftungen zu befreien. Schmutziges Material erhöht aufgrund zusätzlicher Arbeitsschritte beim Recyclingprozess die Kosten. Deshalb erhalten Sie für nicht gesäubertes Altmetall wesentlich weniger Geld.

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Sortieren Sie vor dem Verkauf das fürs Recycling vorgesehene Altmetall nach Gold, Kupfer, Stahl, Aluminium und Messing, um Ihren Erlös zu erhöhen. Die höchsten Preise zahlen Altmetallhändler für Edelmetalle. Ihnen folgen Hartmetalle, Zinn und Kupfer. Eisen und Stahl zu verkaufen, lohnt sich bei großen Mengen.

Eine weitere Möglichkeit, den bestmöglichen Preis zu erzielen, ist das Demontieren der Gegenstände. Demontieren Sie etwa den Holzstiel einer Pfanne und die Kunststoffgriffe eines Metalltopfes? Übernimmt der Schrotthändler diese Aufgaben für Sie, erhalten Sie einen niedrigeren Erlös für das Kilogramm Altmetall.

Deshalb haben Sie als Verkäufer bessere Chancen, den bestmöglichen Preis zu erzielen, wenn Sie die Angebote der Schrotthändler vergleichen und prüfen, welche Dienstleistungen darin enthalten sind. Bei größeren Mengen lohnt es sich zudem, den globalen Metallmarkt zu beobachten und zu eruieren, wie stark die Nachfrage ist.

Suchen Sie sich für den Verkauf Ihres Altmetalls einen seriösen und lokalen Schrotthändler, denn dadurch sparen Sie sich Transportkosten, die Ihren Gewinn mindern.

Wird Altmetall stark nachgefragt, ist das Angebot seitens der Verkäufer jedoch niedrig, können Sie mit hohen Erlösen rechnen. Verkaufen jedoch viele Menschen ihr Altmetall, sodass der Markt gesättigt ist, erhalten Sie für Altmetall nur wenig Geld.

Außerdem wirken sich die technologische Entwicklung, die staatliche Politik mit ihren Vorschriften sowie geopolitische Faktoren auf die Höhe Ihrer Erlöse aus dem Verkauf von Altmetall aus. Behalten Sie dieses im Hinterkopf, können Sie gezielt nach einem günstigen Verkaufstermin suchen. Doch mit dem Verkauf zu warten, bedeutet auch ein Risiko, da die Preise ebenso weiter fallen können.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).