Wie man zu Weinachten beim Schenken auf Nachhaltigkeit achtet

Geschenkgutschein – zu Weihnachten beim Schenken auf Nachhaltigkeit achten. Foto: © Rifqi / stock adobe

Weihnachten ist die Zeit der großen Gesten – und der vollen Mülltonnen. Geschenkpapier, Versandkartons, Plastikdeko: Vieles, was Freude bringen soll, landet nach nur wenigen Tagen im Abfall.

Dabei geht es auch anders. Wer beim Schenken auf Nachhaltigkeit achtet, spart Ressourcen, unterstützt faire Produktion und zeigt echte Wertschätzung. Und das ganz ohne Verzicht auf Stil oder Stimmung.

Weniger kaufen, besser schenken

Nicht jedes Geschenk muss gekauft sein. Selbstgemachtes, Erlebnisse oder gemeinsame Zeit sind oft viel bedeutungsvoller als Dinge, die nach dem Auspacken in der Ecke liegen. Ein Gutschein für ein Frühstück, ein handgeschriebenes Rezeptbuch oder ein Nachmittag im Wald? Solche Ideen bleiben in Erinnerung und schaffen echte Nähe.

Auch Abo-Modelle können sinnvoll sein, falls sie denn durchdacht sind. Regelmäßig frische Blumensträuße bringen nicht nur Farbe ins Zuhause, sondern unterstützen nachhaltige Landwirtschaft. Vor allem von Anbietern, die dabei auf plastikfreie Verpackung und saisonale Auswahl setzen. Und wer freut sich nicht über stilvolle, festliche Weihnachtsblumen?

Wer lieber etwas zum Naschen verschenkt, liegt mit einem fair produzierten Schokoladen-Abo genau richtig. Für Lesefreudige bietet sich ein nachhaltiges Magazin-Abo, Kunstbegeisterte finden eine große Auswahl an unabhängigen Kreativboxen. Solche Geschenke zeigen, dass man sich Gedanken gemacht hat – und wirken weit über den Festtag hinaus.

Verpackung clever wählen

Geschenkverpackung muss nicht glänzen, um Eindruck zu machen. Zeitungspapier, Stoffreste oder alte Landkarten sind kreative Alternativen, die Ressourcen schonen und gleichzeitig für Gesprächsstoff sorgen. Wer mag, kann auch ganz auf Verpackung verzichten und stattdessen mit einer schönen Karte oder einem Zweig aus dem Garten dekorieren – das wirkt gleich viel persönlicher als jede Hochglanzfolie.

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Klebeband lässt sich durch Schnur oder Stoffbänder ersetzen. Und wer öfter schenkt, kann wiederverwendbare Boxen oder Taschen nutzen – das spart langfristig und sieht dabei gleichzeitig hochwertig aus. Besonders schön: Verpackungen, die selbst Teil des Geschenks sind, etwa ein Geschirrtuch, das gleichzeitig als Geschenkpapier dient.

Regional denken, lokal kaufen

Produkte aus der Region haben kürzere Transportwege und stärken lokale Betriebe. Ob handgemachte Kerzen, fair produzierte Kleidung oder Bio-Lebensmittel – wer lokal kauft, schenkt doppelt: dem Beschenkten und der Gemeinschaft.

Gerade in der Vorweihnachtszeit bieten viele kleine Läden besondere Aktionen oder individuelle Beratung, die man online vergeblich sucht. Und auch auf regionalen Märkten können oft die schönsten Dinge gefunden werden!

Auch bei Online-Bestellungen lohnt sich ein Blick auf Herkunft und Versandbedingungen. Viele kleine Shops bieten klimaneutralen Versand oder plastikfreie Verpackung an – oft mit mehr Liebe zum Detail als große Plattformen. Wer bewusst auswählt, unterstützt nicht nur nachhaltige Produktion, sondern auch faire Arbeitsbedingungen.

Zeit statt Zeug

Was bleibt wirklich hängen? Der neue Pullover oder der Spaziergang im Schneegestöber? Gemeinsame Zeit ist oft das wertvollste Geschenk, und sie passt in kein Paket. Ein Abend ohne Smartphone, ein Spieleabend oder ein gemeinsames Kochen schafft Nähe und Erinnerungen, die länger halten als jedes Produkt.

Wer trotzdem etwas zum Auspacken möchte, kann kreativ werden: Ein Glas mit selbstgeschriebenen Gutscheinen, ein DIY-Set für ein gemeinsames Projekt oder ein kleines Notizbuch mit Ideen für das neue Jahr. Solche Geschenke laden dazu ein, gemeinsam aktiv zu werden – und das ist oft viel wertvoller als ein weiteres Ding im Regal.

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Nachhaltig schenken bedeutet nicht, auf Freude zu verzichten, ganz im Gegenteil. Es geht darum, bewusster zu wählen, persönlicher zu geben und dabei auch an Umwelt und Zukunft zu denken. Wer mit Herz und Verstand schenkt, macht Weihnachten nicht nur schöner, sondern auch sinnvoller. Und vielleicht entsteht daraus sogar eine neue Tradition – eine, die nicht nur gut aussieht, sondern auch gut tut.

Hajo Simons Journalist

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).